Technische Hochschule im KI-Wettbwerb der Hightech Agenda Bayern erfolgreich

 

Eine Professur für „Vernetzte urbane Mobilität – lernende Verkehrsinfrastruktur“ kann die TH Aschaffenburg noch in diesem Jahr ausschreiben. Die Technische Hochschule hat erfolgreich am bayernweiten Wettbewerb im Rahmen der Hightech Agenda um Professuren mit Fokus auf Künstlicher Intelligenz teilgenommen, bei dem Bayerns Universitäten und Hochschulen insgesamt 175 Bewerbungen eingereicht hatten. Wie Wissenschaftsminister Bernd Sibler auf der Pressekonferenz am 15. Mai 2020 in München bekannt gab, werden in ganz Bayern insgesamt 50 neue KI-Professuren geschaffen – eine davon in Aschaffenburg.

Eine Expertenkommission unter dem Vorsitz des langjährigen Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Dr. Peter Strohschneider, hatte die Anträge begutachtet und eine Förderempfehlung abgegeben.

Der neue KI-Lehrstuhl in Aschaffenburg ist ein wichtiger Baustein zum Aufbau eines Bayerischen KI-Mobilitätsnetzwerks, in dem die Bayerischen Universitäten und Hochschulen gemeinsam an neuen Konzepten der Künstlichen Intelligenz zur Realisierung eines nachhaltigen autonomen Straßenverkehrs forschen.

Künstliche Intelligenz wird eingesetzt, um urbane Verkehrsdaten gezielt auszuwerten. Damit soll das Verkehrsaufkommen vorhergesagt und der innerstädtische Verkehr besser gesteuert werden. „Vereinfacht gesagt, soll es mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz und auch durch die gezielte Vernetzung der Fahrzeuge weniger Staus geben, wodurch die Schadstoffemissionsbelastung der Innerstädte erheblich gesenkt wird“, erläutert Professor Dr.-Ing. Klaus Zindler, Vizepräsident für Forschung an der TH Aschaffenburg, den Anwendungsbezug.   

In Hochschulnähe gibt es die Forschungskreuzung an der Würzburger Straße, die Aschaffenburg in den Forschungsverbund der Hochschulen einbringt. Die an der Kreuzung vorhandene hochmoderne Sensorik soll um eine lernfähige Infrastruktur ergänzt werden, welche die Möglichkeit für eine flexible und bedarfsgerechte Steuerung des Verkehrs eröffnet.

Die TH Aschaffenburg wird in dem von der TH Ingolstadt koordinierten KI-Mobilitätsnetzwerk u.a. mit der TU München, der Hochschule Landshut und der OTH Regensburg hochschulübergreifend zusammenarbeiten. In dem über ganz Bayern gespannten Netz steht eine breit gefächerte Test-Infrastruktur zur Verfügung, um Fortschritte bei diesem anspruchsvollen Vorhaben zu erzielen.

Die neue Professur ist in den starken Forschungsbereich „Intelligente Sensorik und Systemtechnik“ der TH Aschaffenburg eingebettet. Dort forscht Prof. Dr.-Ing. Konrad Doll, ZD.B – Professur für kooperative autonome Verkehrssysteme an Methoden der Künstlichen Intelligenz zur Detektion von Verkehrsteilnehmern mittels infrastruktur- und fahrzeuggestützter Sensorik. Prof. Dr.-Ing. Klaus Zindler und Prof. Dr.-Ing. Konrad Doll gehören beide zur Leitung des im Herbst 2019 gegründeten Kompetenzzentrums Künstliche Intelligenz, das durch die neue Professur einen weiteren Schub erfährt. Der Lehrstuhl ist ein wichtiger Baustein zur Stärkung des KI-bezogenen Technologietransfers und zum weiteren Ausbau der Hochschule als Impulsgeber für die Region.