Ringvorlesung KI

Im Folgenden finden Sie alle Blogbeiträge zur Ringvorlesung Künstliche Intelligenz.


Ankündigungen

27.04.2020

PER ANHALTER DURCH DIE DIGITALISIERUNG - DAS ZAUBERWORT KI. Wo werden wir ankommen?

mit Prof. Dr. Gerd Doeben-Henisch (UAS Frankfurt)

Auch wenn man kein Informatiker ist, wird man heute, alltäglich, immer und überall konfrontiert mit dem, was wir Digitalisierung nennen. Der klassische Computer ist mittlerweile eine Symbiose eingegangen mit unserer Alltagswelt, mit Gebäuden, Autos, der Landwirtschaft, der Medizin, der Unterhaltungsindustrie, der täglichen Kommunikation, ja, es fällt schwer, einen Bereich zu finden, wo er noch nicht vorkommt. Dazu ist alles mit allem vernetzt. Die vielen physischen Orte unserer Welt werden durch den gemeinsamen Informationsfluss zu einer Art digitalem 'entangled state', zu einem einzigen Informationell verschränktem Zustand. Und, darin eingebettet, leben Strukturen, die wir künstliche Intelligenz nennen. Codes, die -- wenn sie aktiviert werden -- partiell Eigenschaften natürlicher Intelligenz annehmen können, wie z.B. Wahrnehmen, Lernen, Entscheiden. Sie sind Teil unseres gemeinsamen Lebens. Was bedeutet dies? Wo führt dies hin? Gibt es für uns Menschen in der Zukunft einen möglichen Ort zwischen Untergangsszenarien und einer vollautomatisierten Welt der Maschinen. Der Autor dieses Textes meint: Ja!

ZUR PERSON

Prof. Dr. Gerd Doeben-Henisch ist Mitglied des Fachbereichs Informatik und Ingenieurwissenschaften der Frankfurt University of Applied Sciences. Trotz Emeritierung hält er noch Vorlesungen, koordiniert ein Forschungsprojekt, und ist seit Dezember 2019 einer von fünf Gründungsdirektoren des neuen hessischen Kompetenzzentrums für verantwortungsbewusste Digitalisierung. Seine Themen sind KI, Mensch-Maschine Interaktion, Kommunalplanung als eGaming, sowie Fragen der Wissenschaftsphilosophie und die Frage nach der Zukunft der Demokratie in einer digitalisierten Welt.

04.05.2020

Whence net unders gate - wie kann ein Online-Shop wissen, was ich will? Der Begriff "Verstehen" in der modernen Informatik (1995 bis 2020)

mit Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann (THAB)

In einem Ladengeschäft kann ein guter Kunde erwarten, dass er persönlich begrüßt und "verstanden" wird. Das kundige Personal versteht seine Wünsche und kann sogar weitergehende interessante Kaufangebote unterbreiten.

Es gehört zu den ehrgeizigen Zielen der KI, solche Szenarien des "Verstehens" in einem Online-Shop zu simulieren. Lässt sich "Verstehen" simulieren? Wie kann die Informatik das "Verstehen verstehen"?  Der Vortrag beschreibt einige historische Ansätze und gibt einen Ausblick auf Möglichkeiten und Grenzen der KI in diesem Metier.
 

11.05.2020

Erklärbare KI - Anwendungen aus der Medizin

mit Prof. Dr. Peter Maaß (Universität Bremen)

Methoden der KI und hier insbesondere sogenannte tiefe neuronale Netze (deep learning) erzielen teilweise erstaunliche Ergebnisse in so unterschiedlichen Bereichen wie autonomes Fahren, digitale Pathologie oder dem Design von neuen Konstruktionsmaterialien.

Aufbauend auf einer hinreichend großen Datenmenge scheinen Neuronale Netze so ziemlich jedes Problem lösen zu können, die Ergebnisse sind in der Tat oft verblüffend gut. Allerdings wissen wir in den seltensten Fällen, wie das neuronale Netz zu seinen Ergebnissen kommt.

In diesem Vortrag wollen wir einige Netzwerk-Architekturen kennenlernen, die zunächst für einfache Probleme und dann auch für komplexere medizinische-pathologische Anwendungen 'erklärbare' Ergebnisse liefern. Nebenbei erklären diese Ansätze allerdings auch die Grenzen dieser Konzepte des maschinellen Lernens.
 

18.05.2020

KI in der Mobilität - Verfahren und Anwendungen

mit Prof. Dr.-Ing. Konrad Doll (THAB) & Elmar Jaeker (PSI Mines&Roads GmbH)

Wir haben häufig das Bedürfnis, möglichst schnell von einem Ort zu einem anderen zu kommen. Unser Wunsch wäre es, bei der Fahrt Staus oder Verkehrsbehinderungen zu umgehen und dabei von der Fahraufgabe vollkommen entlastet zu werden, um z. B. die Zeitung zu lesen.

Verkehrsmanagement und automatisiertes Fahren in den unterschiedlichsten Facetten spielen dabei eine wesentliche Rolle. Viele Funktionen, die dazu benötigt werden, basieren auf Künstlicher Intelligenz und wären ohne diese Technologie nicht denkbar. Beispiele dafür sind die Optimierung von Verkehrsflüssen oder die Erkennung sowie die Interpretation des Fahrzeugumfelds in einem autonomen Fahrzeug. 
In dem Vortrag werden unterschiedliche Mobilitätsanwendungen und die dabei eingesetzten KI-Methoden erläutert und darauf eingegangen, was derzeit technisch machbar ist.
 

25.05.2020

Künstliche Intelligenz in der Finanzwirtschaft

mit Prof. Dr. Boris Bauke (THAB) & Werner Traidl (PASS Multibank Solutions AG)

Welchen Einfluss hat die Künstliche Intelligenz in der Finanzwelt? Theoretische Hintergründe, Typologie und internationale Anwendung.

Werner Traidl von der PASS Multibank AG gibt zudem einen Praxiseinblick in die Entwicklungen in Deutschland und im eigenen Hause.
 

08.06.2020

KI in der automatischen Sprachverarbeitung - Technologien und Anwendungen

mit Prof. Dr.-Ing. Mohammed Krini (THAB),  Dr. Volker Fischer (European Media Laboratory GmbH) & Dr. Nils Lenke (Cerence GmbH)

„Hey Mercedes“ und „Hi BMW”, wie funktionieren eigentlich die Sprachassistenten im Auto? 
Der Vortrag geht zunächst auf die Grundlagen von Deep-Learning Techniken in der automatischen Sprachverarbeitung ein und zeigt demonstrativ einige Beispiele aus dem Bereich der Mensch-Mensch- und Mensch-Maschine-Kommunikation.

Anschließend wird erläutert, wie aus sogenannten künstlichen neuronalen Netzen intelligente Systeme entstehen, die gesprochene Sprache in geschriebene übersetzen, dessen Bedeutung verstehen, Information finden und einen Dialog führen können. 

Auch wird gezeigt, wie daraus ein vollständiger Assistent wird und was die Herausforderungen für die Zukunft sind.
 

15.06.2020

Künstliche Intelligenz in der Produktion – Praxisbeispiele zu ausgezeichneten Innovationen

Wolfgang Ries (Vorstand avato consulting ag) & Michael Möckel (THAB)

In der Vision einer „Industrie 4.0“ kommen Methoden des maschinellen Lernens sowie der Künstlichen Intelligenz (KI) auch in der Produktion zur Anwendung.

Dies reicht über schon heute etablierte Einsatzbereiche wie der KI-gestützten Bild- und Fehlererkennung z.B. in der Qualitätskontrolle weit hinaus:  Aktuelle Forschungsprojekte beschäftigen sich u.a. mit der Entwicklung von KI für eine hochautomatisierte bild- und sensorgestützte Prozessüberwachung und –kontrolle, die Optimierung von Produktionsprozessen oder die vorausschauende Wartung von Maschinen. In einer Standortbestimmung werden Methoden der KI für die Produktion und ein „ausgezeichnetes“ Anwenderprojekt aus der betrieblichen Praxis vorgestellt. 
 

22.06.2020

Wie sozial kann KI sein? Künstliche Intelligenz aus sozialwissenschaftlicher Perspektive

mit Dr. Jörg Haßler & Anna-Katharina Wurst (Ludwig-Maximilians-Universität München)

Machine Learning in der Text-, Sprach- und Bildverarbeitung hat das Potential, die Herstellung von Öffentlichkeit und den Journalismus nachhaltig zu verändern. Die Debatte wird dabei häufig von negativ konnotierten Phänomenen wie z. B. Social Bots oder DeepFakes bestimmt. 

Der Vortrag beschäftigt sich mit den Fragen, wie soziale Prozesse durch den Einsatz von KI beeinflusst werden und was wir dadurch aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive über die Gesellschaft lernen können.
 

29.06.2020

Erneuerbare Energien und KI

mit Prof. Dr. Hans-Georg Stark (TH AB) & Prof. Dr. Ralf Korn (TU Kaiserslautern)

In den Industriestaaten ist die Abhängigkeit zentraler Produktionsbereiche von einer zuverlässigen, stabilen und bezahlbaren Energieversorgung essenziell. Ein wichtiger Baustein ist dabei die korrekte Vorhersage von Bedarf und Einspeisung aus volatilen erneuerbaren Energiequellen.

Im Vortrag wird ein Überblick über KI-basierte Prognose-Methoden gegeben. Dabei wird der interdisziplinäre Ansatz, der Methoden aus der Finanz- und Versicherungsmathematik mit Verfahren der Signalverarbeitung vereinigt, besonders deutlich.
 

06.07.2020

Digitaler Humanismus: Eine Ethik für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz

mit Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin (Ludwig-Maximilians-Universität München, Staatsminister a.D.)

Autonomer Individualverkehr und Pflege-Roboter, softwaregesteuerte Kundenkorrespondenz und Social Media, Big-Data-Ökonomie und Clever-Bots, Industrie 4.0: Die Digitalisierung hat gewaltige ökonomische, aber auch kulturelle und ethische Wirkungen.

Der Referent entfaltet die philosophischen Grundlagen eines Digitalen Humanismus, für den die Unterscheidung zwischen menschlichem Denken, Empfinden und Handeln einerseits und softwaregesteuerten, algorithmischen Prozessen andererseits zentral ist. Eine Alternative zur Silicon-Valley-Ideologie, für die künstliche Intelligenz zum Religionsersatz zu werden droht.