Promovendin: Caroline Lourenco Alves


Die Promovendin Caroline Lourenco Alves aus Brasilien berichtet über ihre Erfahrungen mit dem Doktorandinnen- und Doktorandenkolleg iDok. Erfahre mehr über ihre Motivation, in Deutschland zu promovieren und welche Tipps sie Studierenden gibt, die eine Promotion in Erwägung ziehen.


Caroline Lourenco Alves promoviert an der TH Aschaffenburg

Ein Interview mit Caroline: "Forschung ist eine sehr bereichernde Tätigkeit"



Wolltest du schon immer in die Forschung gehen?

Ich habe mich schon immer für die Forschung begeistert. Mein Ziel ist es, dass meine Forschung angewandt wird und dazu beiträgt, Menschen zu helfen. Nach meinem Master-Abschluss war ich sehr entmutigt, weil die brasilianische Regierung zu wenig in die Forschung investierte. Also begann ich als Risikoanalystin zu arbeiten.

Im Jahr 2018 nahm ich an einer Sommerschule am Santa Fe Institute teil. Dort lernte ich Studierende kennen, die sich in einer schwierigen Situation befanden und dennoch im akademischen Bereich blieben. Das hat meinen Wunsch geweckt, wieder in die Forschung zu gehen. Nachdem ich nach Brasilien zurückgekehrt war, kündigte ich meinen Job und begann meine Promotion.


Warum hast du dich für dieses Forschungsthema entschieden und was möchtest du durch deine Forschung verändern?

Ausschlaggebend waren eine Studie, an der ich sehr interessiert war, und mein Betreuer in Brasilien, Prof. Dr. Francisco Aparecido Rodrigues. Während meines Bachelorstudiums der Physik hatte ich Kontakt zu Menschen, die an psychischen Krankheiten litten. Außerdem kenne ich Menschen mit Depressionen. Ich habe genau verfolgt, wie schwierig und subjektiv die Diagnose dieser Krankheiten ist. Da diese Standard-Diagnosemethode subjektiv ist, verursacht sie große soziale und psychische Schäden bei den Patienten, die oft lange Zeit falsch behandelt und diagnostiziert werden.  

Mit meiner Forschung möchte ich dazu beitragen, dass die von mir untersuchten psychischen Erkrankungen frühzeitig und sorgfältig diagnostiziert werden. Dies kann zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Patienten führen, wenn sie die frühzeitig behandelt werden und Fehldiagnosen vermieden werden.


Welche Erwartungen hattest du als du dich für die TH Aschaffenburg entschieden hast?

Die Hochschule ist wirklich toll und der Campus ist schöner, als ich ihn mir von den Fotos vorgestellt habe. Die Strukturen sind sehr gut und durchdacht. Ich habe vorher noch nie in einem Labor mit einem 3D-Drucker und einem Mikroelektroden-Array-Chip gearbeitet und bin positiv überrascht. Ich hatte erwartet, dass ich mehr Kontakt mit meinen Kolleginnen und Kollegen haben würde, aber aufgrund der Coronavirus-Pandemie war das nicht möglich. Alles in allem habe ich sehr positive Erfahrungen mit der TH Aschaffenburg gemacht.


Was magst du besonders an deiner kooperativen Promotion?

Mir hat es gefallen nach Deutschland zu kommen und mit den Leuten aus dem Biomens Labor in Kontakt zu treten sowie neue Forschungsthemen kennenzulernen, die hier durchgeführt wurden. Die Forschung hier ist hochrelevant und extrem neu, wie z. B. Experimente mit Biosensoren, die aus Mikroelektroden-Array-Chips bestehen, auf denen Neuronen kultiviert werden und mit diesem System elektrische Signale erzeugt und aufgezeichnet werden können. Damit lässt sich zum Beispiel der Einfluss von Medikamenten, Giften oder Strahlung auf die Neuronen untersuchen. Das ist eine äußerst wertvolle Forschung. Und ich mag es auch sehr, die Masterstudentinnen und Masterstudenten zu betreuen und ihnen zu helfen.


Wie empfindest du die Unterstützung durch die TH Aschaffenburg und durch das iDok?

Bis jetzt kann ich mich nur bedanken, denn ich hatte alle Unterstützung und Hilfe der TH Aschaffenburg. Ich hatte die Unterstützung einer Kollegin, die mir beim Ausfüllen und Organisieren aller notwendigen Unterlagen für mein Arbeitsvisum geholfen hat. Sie war eine wesentliche Hilfe, um hierher kommen zu können. Ich danke auch Frau Prof. Dr.-Ing. Thielemann, der mir die Möglichkeit gab, in einem renommierten Labor in Deutschland zu arbeiten. Das Biomens-Labor war die größte Chance in meiner Karriere. Und ich danke allen meinen Kolleginnen und Kollegen im Biomens-Labor für die Unterstützung und Hilfe, insbesondere Dr. Manuel Ciba für die Anregungen, Unterstützung und Ideen bei meiner Arbeit.


Wie gefällt dir das Leben in Aschaffenburg und gab es besondere Überraschungen für dich?

Ich mag es sehr, dass Aschaffenburg eine kleine Stadt ist, in der ich alles zu Fuß erledigen kann und die gleichzeitig den Komfort von Großstadtgeschäften bietet. Ich mag die Parks, die kleinen Wälder und die Möglichkeit, mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren. Alles bleibt ein Abenteuer und eine Überraschung, auch kleine Dinge wie das Busfahren oder der Gang zum Supermarkt, denn alles ist ganz anders als in Brasilien. Es war und ist ein Abenteuer.


Bitte gib Studierenden einen Rat, die sich für eine Promotion interessieren.

Traut euch, die Forschung ist eine sehr bereichernde Tätigkeit, denn in jedem Bereich trägt man zum Wissenszuwachs bei und lernt ständig neue Dinge. Auf Konferenzen bekommt ihr die Möglichkeit, viele neue Leute kennenzulernen und einen ständigen Erfahrungs- und Ideenaustausch zu führen.


Anmerkung: Das Interview wurde auf Englisch geführt und ins Deutsche übersetzt.

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Unsere Forschungsreferentin Dr. rer. nat. Heike Bruhn beantwortet gerne Ihre Fragen.
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