ZeWiS Transfer-Tag

Eine Veranstaltung dieser Art hat es im Zentrum für Wissenschaftliche Services und Transfer (ZeWiS) in Obernburg bisher noch nicht gegeben: Der ZeWiS Transfer-Tag am 22. September, die erste öffentliche Veranstaltung nach längerer Corona-Pause, vereinte als hybrides Format das klassische Vor-Ort-Event mit einem digitalen Zoom-Live-Streaming und verlangte den Veranstaltern ein Stückweit organisatorisches Umdenken und Agieren auf einem neuen Terrain ab.

Mit der Unterstützung einer Berliner Eventagentur, welche die Live-Übertragung und den gesam­ten technischen Support übernahm, startete das Event mit rund 20 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft vor Ort und zahlreichen virtuellen Zuschauerinnen und Zuschauern mit einer Grußbotschaft der bayerischen Staatministerin für Digitales, Judith Gerlach. Sie hob besonders die Qualität der Bildung an der TH Aschaffenburg hervor und ihre zukunfts­orien­tierte Handlungsweise. Prof. Dr. Eva-Maria Beck-Meuth, die Präsidentin der TH Aschaf­fen­burg, zeigte sich besonders beeindruckt von der Höhe der eingeworbenen Mittel in Bezug auf die Größe der Hochschule, was Prof. Dr. Hans-Georg Stark, Leiter des ZeWiS, in seiner Präsentation ebenfalls in Zahlen zum Ausdruck brachte.

Einblick ins Open Innovation Lab

In dem Vortrag über das Open Innovation Lab (OIL), vertreten durch Dr.-Ing. Stefan Rung, wurden nochmal die Vorteile dieses Teilbereiches des ZeWiS deutlich: Das OIL-Forscherteam unter Leitung von Prof. Dr. Ralf Hellmann hat mit diversen Förderprojekten mittlerweile rund 15 Mio. Euro sowie zahlreiche Kooperationen an den Standort Obernburg gebracht. Weiterer Pluspunkt: Die Prozesse innerhalb der Einrichtung sind enorm schnell, was sich vor allem in der direkten Umsetzung der Anfragen aus der Industrie widerspiegelt.

Angeregte Podiumsdiskussion

Die externe Perspektive auf die TH Aschaffenburg und deren Forschungseinrichtung ZeWiS wurde bei der Podiumsdiskussion verdeutlicht, als Stefan Prokosch (Senior Vice President Linde MH), über die langjährige Kooperation mit der Hochschule sprach: „Durch die Koopera­tion mit der TH Aschaffenburg stemmen wir Themen, die wir aufgrund des hohen Zeitaufwandes so alleine nicht geschafft hätten.“ Der Senior Vice President von Linde MH, dem weltweit zweitgrößten Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten, steht in puncto automatisierte Stapler mit Prof. Dr. Konrad Doll und Prof. Dr. Klaus Zindler, dem Vizepräsident Forschung, im engen Kontakt.

Den politischen Part in der Diskussionsrunde vertrat der Miltenberger Landrat Jens Marco Scherf. Er machte deutlich, dass es bei der finanziellen Förderung des ZeWiS seitens des Landkreises gar nicht mal um die Höhe der Summe geht, sondern vielmehr darum, dessen Bedeutung für das Rhein-Main-Gebiet immer wieder zu betonen. Er ist der Hochschule vor allem dafür dankbar, dass sie als Vorreiterin agiert und mit dem neuen Studiengang Hebam­menkunde ab dem Wintersemester 2022/23 die Hebammenversorgung in der Region sicherstellen wird.

Für informative Abwechslung und visuelle Eindrücke vor allem auch für die digitalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung sorgte eine Labortour durch das Open Innovation Lab (OIL) und eine Live-Demo aus der Fahrzeugtechnik auf dem Außengelände des ZeWiS. Den interessierten virtuellen Besucherinnen und Besuchern standen hier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Verfügung und brachten ihnen die zentralen Herausforderungen im Bereich der autonomen Fahrzeuge näher: Die Sicherheit und zielgerichtete Kooperation aller Verkehrsteilnehmenden.

Die Worte von Prof. Dr. Klaus Zindler waren zwar nicht die abschließenden Worte dieser besonderen Veranstaltung, brachten das Resümee des Tages jedoch auf den Punkt: „Die Investition des Freistaates Bayern in das ZeWiS hat sich auf jeden Fall gelohnt.“