TH Aschaffenburg - University Of Applied Sciences

Manuel Ciba

Ehemaliger Promovend: Manuel Ciba


Der ehemaliger Promovend Manuel Ciba, der bereits Bachelor- sowie Masterstudium an der TH AB absolvierte, hat im Januar 2021 seine Doktorarbeit abgegeben - und erfolgreich mit der Auszeichnung summa cum laude bestanden. Im Interview erzählt er, wie es zu seiner kooperativen Promotion an der TH Aschaffenburg kam und welche Voraussetzungen man für eine Promotion mitbringen sollte.


Manuel Ciba führte eine kooperative Promotion mit der TH Aschaffenburg durch

Ein Interview mit Manuel: "Die Promotion war ein Highlight"



Du hast deine Promotion im Januar 2021 erfolgreich abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch. Wie hat sich deine berufliche Laufbahn seither entwickelt?

Danke für die Glückwünsche! Ich arbeite weiterhin im BioMEMS Labor der TH AB und setze meine Projekte fort, die ich während meiner Promotion gestartet habe. Ich betreue Masterstudierende und arbeite an weiteren Forschungsprojekten.

Meine aktuellen Forschungsprojekte befassen sich unter anderem mit Krankheiten wie Alzheimer oder Depression. Themen die aktuell durch das Phänomen "Neuro-COVID" noch relevanter werden könnten. Zur Behandlung von Depressionen wird in der Forschung zunehmend das Potential von Psychedelika (wie z.B. LSD) betrachtet. Daher möchte ich nun schauen, inwiefern die Zellkulturen auf den Elektrochips beitragen können, die Wirkmechanismen solcher Substanzen zu untersuchen.


Welche Intention steckt hinter deiner Forschung?

Grundsätzlich war das eher idealistischer Natur. Bevor ich anfing zu studieren, war ich in der Industrie tätig. Durch die dortigen Arbeitsbedingungen sind meine Kollegen und ich mit toxischen Substanzen in Kontakt gekommen und wir erlitten gesundheitliche Nebenwirkungen. Das hat die Motivation in mir ausgelöst, die dortigen Bedingungen zu verbessern. Außerdem wollte ich gerne studieren und zwar Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule Aschaffenburg.

Während des Studiums entdeckte ich das BioMEMS Labor. Die dortige Technik, also die Zellkulturen auf den Elektrochips und die pharmakologischen und toxikologischen Versuche, haben mich sehr interessiert und begeistert, denn gerade in Richtung Toxikologie wollte ich etwas verbessern. Meine Masterarbeit und mein Promotionsthema habe ich so gewählt, dass ich Schnittmengen mit Themenfeldern von persönlichem Interesse gebildet habe, wie z.B. Pharmakologie /Toxilogie, Neurowissenschaften, Psychologie, Philosophie, Musik.


Wie kam es zu der kooperativen Promotion an der TH Aschaffenburg?

Das Masterstudium und mein Thema haben mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe das Studium sehr gut abgeschlossen. Daraufhin wurde ich gefragt, ob ich Lust hätte das Projekt fortzuführen und in dem Themenbereich zu promovieren. Da ich es als Chance gesehen habe, in dem Themenfeld weiterzuarbeiten, habe ich mich dazu entschieden zu promovieren.


Was war das Highlight deiner Promotion?

Im Prinzip war die ganze Promotion ein Highlight. Ich bin direkt mit einem dreimonatigen Forschungsaufenthalt an der Universität in Tokyo, Japan in die Promotionszeit gestartet - das war auf jeden Fall ein Höhepunkt. Im Labor in Tokyo habe ich Experimente gemacht und einen Algorithmus entwickelt, der die Grundlage für die weiteren Arbeiten gebildet hat. Die japanische Arbeitsmentalität hat mich direkt angesteckt und so konnte ich bereits in den ersten drei Monaten eine gute Basis bilden.

Auch meine weiteren Auslandsaufenthalte in England und Kalifornien waren Highlights. Außerdem habe ich einen Einblick in Forschungsgruppen bekommen, indem mein Doktorvater mich nach Frankfurt und nach Würzburg mitgenommen hat. Ich habe an diversen Diskussionen teilgenommen. Auch die ganze Organisation, die mit einer Doktorarbeit verbunden ist, war etwas Besonderes: ich habe Summer Schools und Konferenzen besucht und dabei sehr viele, interessante Menschen kennengelernt. Das waren alles sehr eindrucksvolle Erfahrungen.


Wie hast du dich von der TH Aschaffenburg und dem iDok unterstützt gefühlt?

Ich habe mich durchwegs gut unterstützt und aufgehoben gefühlt während meiner Promotion. Durch Programme wie das iDok hatte ich jederzeit das Gefühl, dass es genügend Anlaufstellen gab. Ich habe an den Konferenzen und Postersessions des iDoks teilgenommen, das fand ich alles sehr gut gelungen.

Bei der Gründung des iDoks war ich bereits so tief in meiner Doktorarbeit und erhielt großartige Unterstützung von meinem Doktorvater sowie meiner Doktormutter, dass weitere Unterstützung nicht nötig war.


Bitte gib Studierenden einen Rat, die promovieren wollen.

Das persönliche Interesse und eine große Motivation für das Thema sind ausschlaggebend und unabdingbar. Wenn die Motivation groß genug ist, dann klappt das – dann läuft auch der Rest.

Mir persönlich hat das persönliche Interesse an meinem Thema durch die Promotion geholfen. Das Thema hat mich einfach so interessiert, dass ich eine idealistische Motivation hatte, etwas zu verändern und zu verbessern.


Mit welchen Stichworten würdest du deine kooperative Promotion, dein Studium als auch deine jetzige wissenschaftliche Tätigkeit an der TH AB beschreiben?

Privileg: Es war ein Privileg, das ich die Möglichkeit bekommen habe, in so einem interessanten Gebiet zu arbeiten. Interessant, Aufregend, Kreativ. Flexible Arbeitszeiten und Themen. Die Themen, die gebraucht wurden, konnte ich mit meinen persönlichen Interessen verknüpfen. Es gibt auch negative Punkte, wie Stresssituationen und bürokratische Angelegenheiten, die viel Energie gekostet haben. Selbstentfaltung bzw. persönliches Wachstum. Ich habe Strategien entwickelt, um mit dem Workload umzugehen. Dabei entwickelt man auch andere Social Skills. In Summe überwiegt das Positive. Wenn ich mich nochmal entscheiden würde, würde ich erneut promovieren.


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