Für das Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/21 hat die Hochschule durch Satzung Sonderregelungen zum Studien- und Prüfungsrecht getroffen, um die Studierbarkeit und Chancengleichheit zu gewährleisten. Auch das Bayerische Hochschulgesetz regelt in Art. 99 eine Reihe von Sonderregelungen. Die wichtigsten Regelungen haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Prüfungszeitraum und Prüfungstermine

Die Fristen und Termine können abweichend von den allgemeinen Regelungen der APO festgelegt werden. Die aktuell gültigen Termine finden Sie im Terminplan.
 

Verschiebung von Regelterminen und Fristen

Das Sommersemester 2020 gilt hinsichtlich der in der Rahmenprüfungsordnung (RaPO) und den Studien- und Prüfungsordnungen (SPO) festgelegten Regeltermine und Fristen nach Art. 99 Abs. 1 BayHSchG nicht als Fachsemester. Die Fachsemesterzählung läuft zwar  für alle Studierenden auch im Sommersemester 2020 und darüber hinaus weiter. Jedoch sind die Fachsemester für alle Studierenden, die im Sommersemester 2020 in einem Studiengang eingeschrieben und nicht beurlaubt waren, im Hinblick auf prüfungsrechtliche Erstablegungsfristen um ein Semester niedriger anzusetzen als die Fachsemester, die in der Immatrikulationsbescheinigung ausgewiesen sind.

Beispiel:

Ein Bachelor-Student, der im Sommersemester 2020 im zweiten Fachsemester immatrikuliert und nicht beurlaubt war, muss die Grundlagen- und Orientierungsprüfung erst am Ende des 3. Fachsemesters erstmals ablegen. Den Erstversuch in allen anderen Modul- oder Modulteilprüfungen muss er nicht im 9. Fachsemester, sondern erst im 10. Fachsemester antreten.

Es wurde vom Wissenschaftsminsterium bereits angekündigt, dass diese Regelung auch auf das Wintersemester 2020/21 ausgedehnt wird. Wenn der Student aus dem oben genannten Beispiel im Wintersemester 20/21 nicht beurlaubt war, hat er dann für die Grundlagen- und Orientierungsprüfung Zeit bis zum Ende des 4. Fachsemesters und muss alle anderen Prüfungen erst am Ende des 11. Fachsemesters antreten.

Verlängerung von Erstablegungs- und Wiederholungsfristen

Fristen für Prüfungen, die Sie im Sommersemester 2020 oder im Wintersemester 2020/21 ablegen müssten, werden von Amts wegen bis zum Ende des Sommersemester 2021 verlängert. Insbesondere sind das Fristen für Wiederholungsprüfungen, Erstversuche der Grundlagen-/Orientierungsprüfung und Erstversuche am Ende der zulässigen Studienhöchstdauer.
Das gleiche gilt, falls Ihnen Fristverlängerungen bis in das Sommersemester 2020 oder Wintersemester 2020/21 genehmigt wurden. Auch dann verlängern sich die Fristen bis zum Ende des Sommersemesters 2021.

Selbstverständlich dürfen Sie die Prüfungen trotz der verlängerten Fristen antreten. Sie profitieren dann vom freien Prüfungsversuch (s.o.). Falls Sie den Wiederholungsversuch wegen der gewährten Fristverlängerung nicht antreten wollen, bitten wir Sie um Abmeldung von der Prüfung. Das ist bereits im Anmeldezeitraum und auch später im Abmeldezeitraum online möglich.

Eintrittsvoraussetzungen

Auf Antrag können ECTS-Hürden (z. B. zum Eintritt in den Studienschwerpunkt oder zur Anmeldung der Abschlussarbeit) im Sommersemester 2020 und im Wintersemester 2020/21 durch die Prüfungskommission um 10% abgesenkt werden.

Zulassungsvoraussetzungen

Die Prüfer können Studierende im Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/21 auch dann zu einer Prüfung zulassen, wenn eine eigentlich erforderliche Zulassungsvoraussetzung (Studien- oder Prüfungsleistung, Teilnahmenachweis) nicht vorliegt. Studierende, die diese Prüfung bestehen, müssen den fehlenden Nachweis im Nachhinein nicht mehr erbringen.

Ist das Praxissemester Zulassungsvoraussetzung für das Ablegen von Prüfungen, wird diese Zulassungsvoraussetzung bis Ende des Wintersemesters 2020/21 außer Kraft gesetzt.

Freier Prüfungsversuch

Falls Sie im Sommersemester 2020 oder im Wintersemester 2020/21 Prüfungen nicht bestehen, so zählen diese nicht (freier Prüfungsversuch). Das gilt sowohl für Erst- als auch für Wiederholungsversuche. Wenn Sie also eine Prüfung nicht bestehen, treten Sie die Prüfung später im gleichen Versuch erneut an. Für den Fall des ersten nicht bestandenen Prüfungsversuchs laufen keine Fristen zur Wiederholung der Prüfungsleistung. Diese Regelungen gelten nicht für Abschlussarbeiten und nicht für den Fall eines Täuschungsversuchs.

Wenn Sie eine Prüfung antreten und bestehen zählt das erreichte Ergebnis. Einen weiteren Prüfungsversuch zur Notenverbesserung gibt es dann nicht!

Bearbeitungsfristen von Abschlussarbeiten

Sollte sich die Bearbeitung einer Abschlussarbeit etwa durch die Schließung der Bibliothek verzögern, kann die Prüfungskommission auf Antrag eine entsprechende Fristverlängerung gewähren.

Praktisches Studiensemester

Wenn das praktische Studiensemester aus betrieblichen Gründen verkürzt wurde (z.B. Kündigung des Praktikums wegen Kurzarbeit im Unternehmen), so können Praxiszeiten im Umfang von mindestens zehn Wochen als praktisches Studiensemester anerkannt werden. Das Ausbildungsziel darf jedoch nicht wesentlich beeinträchtigt sein. Die Praxiszeiten können auch bei mehreren Praxispartnern nachgewiesen werden.
Ist das Praxissemester Zulassungsvoraussetzung für das Ablegen von Prüfungen, wird diese Zulassungsvoraussetzung bis Ende des WS 2020/2021 außer Kraft gesetzt.

Einführung einer individuellen Regelstudienzeit - wichtig für den BAFöG-Bezug

Neben der in der jeweiligen Prüfungs- und Studienordnung festgelegten Regelstudienzeit gilt gemäß Art. 99 Abs. 2 BayHSchG für die im Sommersemester 2020 immatrikulierten und nicht beurlaubten Studierenden eine um ein Semester verlängerte individuelle Regelstudienzeit. Damit wird für diese Studierenden insbesondere eine automatisch entsprechend verlängerte BAföG-Höchstbezugsdauer erreicht. Prüfungsrechtlich hat die Einführung dieser individuelle Regelstudienzeit keine Auswirkungen.
Wir arbeiten zur Zeit an einer Lösung, diese individuelle Regelstudienzeit zusätzlich zur Regelstudienzeit des Studiengangs auf der Immatrikulationsbescheinigung auszuweisen.

Auch diese Regelung soll nach Ankündigung des Wissenschaftsministeriums auf das Wintersemester 2020/21 ausgedehnt werden.

Art und Umfang von Prüfungen (Sommersemester 2020)

Im Sommersemester 2020 können bei Art und Umfang der Prüfungsleistung Abweichungen von den Regelungen der Studien- und Prüfungsordnungen, Studienpläne und Modulhandbücher getroffen werden. Die Prüfungsart wird spätestens zwei Wochen (bei begründeten Ausnahmefällen: eine Woche) vor dem ersten Tag des Prüfungszeitraums bzw. dem jeweiligen Prüfungstermin bekanntgegeben.

Im Wintersemester 2020/21 sind Abweichungen von den Regelungen der Studien- und Prüfungsordnungen nicht möglich!

Studienfachberatung (Sommersemester 2020)

Die Studien- und Prüfungsordnungen sehen eine Verpflichtung zur Studienfachberatung i.d.R. nach dem zweiten Fachsemester vor, wenn eine bestimmte ECTS-Grenze unterschritten wird. Diese Verpflichtung werden wir erst am Ende des Wintersemester 2020/2021 prüfen und die betroffenen Studierenden dann informieren.