Die TH Aschaffenburg hat Sonderregelungen zum Studien- und Prüfungsrecht getroffen, um Studierbarkeit und Chancengleichheit in der Cororna-Pandemie zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wurden Satzungen für das Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/21 und für das Sommersemester 2021 erlassen.

Auch das Bayerische Hochschulgesetz trifft in Art. 99 eine Reihe von Sonderregelungen. Die wichtigsten Punkte haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Prüfungszeitraum und Prüfungstermine

Die Fristen und Termine können abweichend von den allgemeinen Regelungen der APO festgelegt werden. Die aktuell gültigen Termine finden Sie im Terminplan.
 

Verschiebung von Regelterminen und Fristen

Das Sommersemester 2020 gilt hinsichtlich der in der Rahmenprüfungsordnung (RaPO) und den Studien- und Prüfungsordnungen (SPO) festgelegten Regeltermine und Fristen nach Art. 99 Abs. 1 BayHSchG nicht als Fachsemester. Die Fachsemesterzählung läuft zwar  für alle Studierenden auch im Sommersemester 2020 und darüber hinaus weiter. Jedoch sind die Fachsemester für alle Studierenden, die im Sommersemester 2020 in einem Studiengang eingeschrieben und nicht beurlaubt waren, im Hinblick auf prüfungsrechtliche Erstablegungsfristen um ein Semester niedriger anzusetzen als die Fachsemester, die in der Immatrikulationsbescheinigung ausgewiesen sind.

Der Landtag hat am 23.03.2021 beschlossen, dass diese Regelung auch auf das Wintersemester 2020/21 und Sommersemester 2021 ausgedehnt wird. 

Beispiele:

1.   Ein Bachelor-Student, der das Studium im Wintersemester 2019/20 im 1. Fachsemester aufgenommen hat und seitdem immatrikuliert und nicht beurlaubt war, muss die Grundlagen- und Orientierungsprüfung erst am Ende des 5. Fachsemesters anstatt am Ende des 2. Fachsemesters erstmals ablegen. Den Erstversuch in allen anderen Modul- oder Modulteilprüfungen muss er nicht im 9. Fachsemester, sondern erst im 12. Fachsemester antreten.

2.   Eine Bachelor-Studentin, die cas Studium im Wintersemester 2020/21 im 1.Fachsemester aufgenommen hat und seitdem immatrikuliert und nicht beurlaubt war, muss die Grundlagen- und Orientierungsprüfung erst am Ende des 4. Fachsemesters anstatt am Ende des 2. Fachsemesters erstmals ablegen. Den Erstversuch in allen anderen Modul- oder Modulteilprüfungen muss sie nicht im 9. Fachsemester, sondern erst im 11. Fachsemester antreten.

Verlängerung von Wiederholungsfristen bis ins Wintersemester 2021/22

Wiederholungsfristen, die im Sommersemester 2020, im Wintersemester 2020/21 oder im Sommersemester 2021 endeten, wurden von Amts wegen bis zum Ende des Wintersemesters 2021/22 verlängert.

Art und Umfang von Prüfungen

Auch im Sommersemester 2021 können bei Art und Umfang der Prüfungsleistung Abweichungen von den Regelungen der Studien- und Prüfungsordnungen, Studienpläne und Modulhandbücher getroffen werden. Die Prüfungsarten werden rechtzeitig vor Beginn des Prüfungszeitraums bzw. dem jeweiligen Prüfungstermin bekanntgegeben.

Zulassungsvoraussetzungen

Die Prüferinnen und Prüfer können Studierende im Sommersemester 2021 auch dann zu einer Prüfung zulassen, wenn eine eigentlich erforderliche Zulassungsvoraussetzung (Studien- oder Prüfungsleistung, Teilnahmenachweis) nicht vorliegt. Studierende, die diese Prüfung bestehen, müssen den fehlenden Nachweis im Nachhinein nicht mehr erbringen.

Ist das Praxissemester Zulassungsvoraussetzung für das Ablegen von Prüfungen, wird diese Zulassungsvoraussetzung bis Ende des Wintersemesters 2021/22 außer Kraft gesetzt.

Bearbeitungsfristen von Abschlussarbeiten

Sollte sich die Bearbeitung einer Abschlussarbeit etwa durch die Schließung der Bibliothek verzögern, kann die Prüfungskommission auf Antrag eine entsprechende Fristverlängerung gewähren.

Praktisches Studiensemester

Wenn das praktische Studiensemester aus betrieblichen Gründen verkürzt wurde (z.B. Kündigung des Praktikums wegen Kurzarbeit im Unternehmen), so können Praxiszeiten im Umfang von mindestens zehn Wochen als praktisches Studiensemester anerkannt werden. Das Ausbildungsziel darf jedoch nicht wesentlich beeinträchtigt sein. Die Praxiszeiten können auch bei mehreren Praxispartnern nachgewiesen werden.
Ist das Praxissemester Zulassungsvoraussetzung für das Ablegen von Prüfungen, wird diese Zulassungsvoraussetzung bis Ende des WS 2021/2022 außer Kraft gesetzt.

Studienfachberatung

Die Studien- und Prüfungsordnungen sehen eine Verpflichtung zur Studienfachberatung i.d.R. nach dem zweiten Fachsemester vor, wenn eine bestimmte ECTS-Grenze unterschritten wird. Diese Verpflichtung werden wir erst am Ende des dritten Fachsemesters prüfen und die betroffenen Studierenden dann informieren.

Einführung einer individuellen Regelstudienzeit - wichtig für den BAFöG-Bezug

Neben der in der jeweiligen Prüfungs- und Studienordnung festgelegten Regelstudienzeit gilt gemäß Art. 99 Abs. 2 BayHSchG für die im Sommersemester 2020 immatrikulierten und nicht beurlaubten Studierenden eine um ein Semester verlängerte individuelle Regelstudienzeit. Damit wird für diese Studierenden insbesondere eine automatisch entsprechend verlängerte BAföG-Höchstbezugsdauer erreicht. Prüfungsrechtlich hat die Einführung dieser individuelle Regelstudienzeit keine Auswirkungen.
Wir arbeiten zur Zeit an einer Lösung, diese individuelle Regelstudienzeit zusätzlich zur Regelstudienzeit des Studiengangs auf der Immatrikulationsbescheinigung auszuweisen.

Der Landtag hat am 23.03.2021 beschlossen, dass diese Regelung auf das Wintersemester 2020/21 und das Sommersemester 2021 ausgedehnt wird.

Eintrittsvoraussetzungen (Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/21)

Auf Antrag können ECTS-Hürden (z. B. zum Eintritt in den Studienschwerpunkt oder zur Anmeldung der Abschlussarbeit) im Sommersemester 2020 und im Wintersemester 2020/21 durch die Prüfungskommission um 10% abgesenkt werden. Diese Sonderregelung entfällt im Sommersemester 2021.

Freier Prüfungsversuch (Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/21)

Falls Sie im Sommersemester 2020 oder im Wintersemester 2020/21 Prüfungen nicht bestehen, so zählen diese nicht (freier Prüfungsversuch). Das gilt sowohl für Erst- als auch für Wiederholungsversuche. Wenn Sie also eine Prüfung nicht bestehen, treten Sie die Prüfung später im gleichen Versuch erneut an. Für den Fall des ersten nicht bestandenen Prüfungsversuchs laufen keine Fristen zur Wiederholung der Prüfungsleistung. Diese Regelungen gelten nicht für Abschlussarbeiten und nicht für den Fall eines Täuschungsversuchs.

Wenn Sie eine Prüfung antreten und bestehen zählt das erreichte Ergebnis. Einen weiteren Prüfungsversuch zur Notenverbesserung gibt es dann nicht.

Diese Sonderregelung entfällt im Sommersemester 2021!