Frauenpower – Chancen für Frauen in der Digitalisierung

Kategorie: Öffentlich

Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Digitales, hielt einen inspirierenden Impulsvortrag

v.l.n.r.: Meike Schumacher, Katrin Henkel, Aimee de Koning, Judith Gerlach, Mathilde Schulze-Middig und Prof. Dr. Kristina Balleis

Impulsvortrag und Diskussionsrunde mit Digitalministerin Judith Gerlach an der Hochschule


Am vergangenen Freitag hatten die Technische Hochschule und mainproject digital dazu eingeladen, die Chancen, die sich für Frauen, für Unternehmen und für die Gesellschaft aus der Digitalisierung ergeben, näher zu betrachten. Alle Lebensbereiche und somit auch die Arbeitswelt verändern sich durch die fortschreitende Digitalisierung kontinuierlich. IT wird immer wichtiger und völlig neue Berufsbilder entstehen. Gleichzeitig ändern sich auch die Formen des Arbeitens.

In ihrem Impulsvortrag thematisiert Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Digitales, die Vorurteile, mit denen Frauen im Berufsleben konfrontiert sind. Doch das liege nicht nur an den Männern, wie vielleicht viele glaubten, sondern es seien durchaus auch Frauen, die sich gegenseitig unterschätzten. Sie findet, Frauen müssten forscher auftreten und nicht warten, bis sie gefragt würden. Und auch die richtigen Leute zu kennen und Kontakte zu pflegen, sei extrem hilfreich für die Karriere: „Netzwerken ist so wichtig“, betont sie.

Nur jeder sechste Job in der IT-Branche sei mit einer Frau besetzt, führt Gerlach weiter aus. Hier müsse sich dringend etwas ändern. Bei der Berufswahl lägen nach wie vor noch sehr geschlechterspezifische Rollenbilder vor, doch im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung entstünden ständig neue Berufe, und diese stellten z. B. durch die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten laut der Digitalministerin einen wichtigen Schritt zur Chancengerechtigkeit dar.

Attraktive Studienangebote als wichtige Voraussetzung
In Studiengängen mit Bezug zur IT und zur Technik liegen große Chancen, die Zukunft mitzugestalten. Hier sind Frauen noch deutlich unterrepräsentiert. Daher findet Judith Gerlach es wichtig, Frauen für ein Studium zu begeistern, um in verantwortungsvolle Jobs im Bereich der Digitalisierung zu kommen. So bietet die TH Aschaffenburg beispielsweise den neuen Bachelor-Studiengang Medical Engineering and Data Science an, der zum Wintersemester 2019/2020 starten wird.
Dass attraktive Studienangebote im Informatikbereich besonders wichtig sind, bestätigte auch Mathilde Schulze-Middig, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Aschaffenburg, in der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Meike Schumacher und Christina Höflich moderiert wurde. Die Chancen für Fachinformatikerinnen am Arbeitsmarkt sind laut Schulze-Middig hervorragend, denn hier gäbe es einen Fachkräftemangel. 

Nicht zu versuchen, wie ein Mann zu sein, sondern sie selbst zu bleiben, riet Katrin Henkel, Chief Strategy Officer bei ASC Technologies, den Frauen im Publikum. Auch zeigte sie auf, dass die Digitalisierung ein wesentlich flexibleres Arbeiten ermögliche und flachere Hierarchien mit sich bringe. Prof. Dr. Kristina Balleis, Frauenbeauftragte der Technischen Hochschule, ermutigte dazu, das gelernte, typische Rollenverhalten abzulegen und die eigenen Stärken und Kompetenzen selbstbewusst zu kommunizieren. Aimee de Koning, die an der Fakultät Ingenieurwissenschaften ihren Master in Wirtschaftsingenieurwesen macht, motivierte in ihrem Statement Frauen zu mehr Offenheit in Bezug auf technisch-naturwissenschaftlich orientierte Studiengänge und Berufe.