Bundesbank prämiert sehr gute Masterarbeit eines Absolventen der TH Aschaffenburg

Kategorie: Öffentlich

Franz Josef Benedikt gratuliert Patrick Royak zu seiner hervorragenden Masterarbeit.

Präsident der Bundesbank-Hauptverwaltung in Bayern für Preisverleihung und Vortrag zur Geld- und Wirtschaftspolitik an der Hochschule zu Gast


Mit dem Bundesbank-Sonderpreis für hervorragende Abschlussarbeiten mit Zentralbankbezug hat Franz Josef Benedikt, Präsident der Hauptverwaltung in Bayern der Deutschen Bundesbank, am 27. November den TH-Absolventen Patrick Royak ausgezeichnet. Royak hat in Aschaffenburg Wirtschaft und Recht studiert. Im Rahmen seiner Masterarbeit beschäftigte er sich mit der Frage adäquater Eigenkapitalrücklagen zur Kompensation von Marktrisiken in der Finanzindustrie. Betreut wurde seine Arbeit von Prof. Dr. Horst Rottmann der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden, mit der die TH Aschaffenburg den Masterstudiengang Wirtschaft und Recht in Kooperation anbietet. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Vortrag „Europäische Geld- und Wirtschaftspolitik in schwierigem Umfeld“ 
Im Rahmen der Preisverleihung, zu der Benedikt auf Einladung von Prof. Dr. Thomas Jost und Prof. Dr. Ralph Hirdina an die Aschaffenburger Hochschule gekommen war, hielt der Bundesbanker aus München einen Vortrag zur aktuellen Geld- und Wirtschaftspolitik in der Eurozone. Dieser richtete sich vor allem an Studierende in den Lehrveranstaltungen „Volkswirtschaftslehre und Volkswirtschaftspolitik“ sowie „Kapitalmarktrecht“ der Fakultät Wirtschaft und Recht, aber auch an die interessierte Öffentlichkeit.
„Europa durchlebt bewegte Zeiten“ – mit diesen Worten startete Franz Josef Benedikt seine Ausführungen im Anschluss an die Begrüßung durch die Präsidentin der TH Aschaffenburg, Prof. Dr. Beck-Meuth, und die Prämierung. Anschließend legte er dar, wie schwierig es im derzeitigen Umfeld ist, eine angemessene Geldpolitik für den Euroraum zu finden und die Währungsunion, insbesondere auch mit Unterstützung der nationalen Wirtschafts- und Finanzpolitiken, nachhaltig zu stabilisieren. 

Großes Interesse an Geld- und Wirtschaftspolitik seitens der jungen Generation
Wie sehr auch die junge Generation an geld- und wirtschaftspolitischen Themen interessiert ist, die für die Zukunft der Europäischen Union von fundamentaler Bedeutung sind, dokumentierte der mit Studierenden überfüllte Hörsaal in beeindruckender Weise. Benedikt referierte eineinhalb Stunden über die geld- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen in der Eurozone, mit Blick auf das nicht leicht zugängliche Thema in packender und lebhafter Form. 
Die Studierenden erhielten einen kompakten Überblick über die aktuellen geldpolitischen Maßnahmen, die die Europäische Zentralbank (EZB) ergreift, um das von ihr anvisierte und bislang verfehlte Inflationsziel von knapp 2% zu erreichen. 

Strukturreformen seitens der Euroländer unabdingbar
Die Ausstattung der Geschäftsbanken mit überreichlicher Liquidität und die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB kommen inzwischen auch im Alltag der Bürger an. Benedikt zeigte eindrucksvoll auf, dass die Geldpolitik entlastet und die Wirtschaft im Euroraum nachhaltig gestützt werden könnte, wenn die Euroländer Strukturreformen umsetzen und für gesunde nationale Staatshaushalte sorgen würden. Denn dies würde Vertrauen an den Finanzmärkten und bei Investoren aufbauen und die Wachstumsmöglichkeiten verbessern. 
Auch mahnte Benedikt an, die Grenzen zwischen der Geldpolitik, die im Zuständigkeitsbereich der EZB liegt, und der Fiskalpolitik, die in der Zuständigkeit der Eurostaaten zu verorten ist nicht zu verwischen. Dies regle das in den EU-Verträgen angelegte Verbot der Staatsfinanzierung über die Notenbanken. 

Gute Zukunftsprognosen für die Studierenden
Resümee der sich an den Vortrag anschließenden lebhaften Diskussion der Studierenden mit Franz Josef Benedikt war, dass die nächsten Jahre weiterhin von einem niedrigen Zinsumfeld geprägt sein würden und sich die Banken auf diese schwierige Marksituation einstellen müssten. Die Studierenden hätten aber auch eine gute Zukunft vor sich, da die deutsche Wirtschaft allen Unkenrufen zum Trotz sehr wettbewerbs- und anpassungsfähig sei.