Weiterbildung für den Digitalen Wandel

Kategorie: Öffentlich

Vortrag von Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann und Prof. Dr. Erich Ruppert

Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann

Joachim Schmitt (mainproject digital), Moderator des Workshops "Themen und Inhalte" der Weiterbildung im Digitalen Wandel

Christina Höflich (rechts) und Katja Leimeister (links) moderierten den Workshop zum Thema “Formate - Aufwand - Zertifikate“

Mathilde Schulze-Middig erläuterte die Angebote der Agentur für Arbeit zur Qualifizierung von Arbeitnehmern

Vorstellung der Ergebnisse aus den Work-Shops

Meike Schumacher (mainproject digital) leitete den Workshop zu den "Kompetenzen"

Symposium an der TH Aschaffenburg zu Inhalten und Formaten für eine neue berufsbegleitende Bildung


Der dringende Entwicklungsbedarf für die berufliche Weiterbildung im Digitalen Wandel stand im Mittelpunkt des nach 2019 zweiten „New Work Symposiums“ am 12. März 2020 an der Technischen Hochschule Aschaffenburg. Fach- und Führungskräfte, Unternehmer, Hochschulangehörige und alle Interessierten waren eingeladen, sich über aktuelle Kompetenzbedarfe, Inhalte und Formate der beruflichen Weiterbildung zu informieren. Das Symposium wurde von mainproject digital gemeinsam mit den Kooperationspartnern Agentur für Arbeit, eco-Verband der Internetwirtschaft, IHK Aschaffenburg, IG Metall, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Zentrum Digitalisierung Bayern durchgeführt.

Der Digitale Wandel stellt die bisherigen Ausbildungsformate in Frage: Es ist kaum noch möglich mit einer einmal absolvierten Berufsausbildung oder einem Studium das ganze Berufsleben zu bestreiten. Es braucht eine individuelle, dynamische akademische Weiterbildung. Die Weiterentwicklung der Expertise des Personals liegt sowohl im Interesse der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber. Für die künftige berufsbegleitende Bildung ist eine „Neue Konzertierte Aktion“ erforderlich – das ist ein wichtiges Ergebnis des Symposiums.

Wie er in seiner Begrüßungsrede darlegte, sieht Prof. Dr. Holger Paschedag, der Vizepräsident der TH Aschaffenburg, eine wirkliche Herausforderung für die Unternehmensführung: „Man braucht konkrete Weiterbildungsformate, die den Unternehmen und ihren Mitarbeitern helfen, die Digitale Transformation hierarchieübergreifend und praktisch für alle Tätigkeitsfelder zu gestalten.“ Im Rahmen des Symposiums brachten Vertre-ter von Wissenschaft, Wirtschaft und Gewerkschaft aktuelle Erkenntnisse und Erfahrungen in die Debatte ein. 

Für Dr. Rahild Neuburger (Ludwig-Maximilians-Universität München und Münchner Kreis e.V.) werden die Anforderungen des Digitalen Wandels in Zukunft den unternehmerischen Alltag bestimmen, weil die Digitalisierung der Weltwirtschaft den Arbeitnehmern auch weiterhin Flexibilität, Dezentralität und Selbstverantwortung abverlangt. Neben dem Anwendungswissen für digitale Technologien geht es auch um die rechtlichen und ethischen Fragen der Digitalisierung. Darauf müssen die Mitarbeiter vorbereitet werden. Dr. Imme Witzel vom Zentrum Digitalisierung Bayern hat darin „eine wichtige Ergänzung der fachlichen Diskussion rund um die Arbeitswelt 4.0“ erkannt.

Die Weiterbildungsangebote in ihrer konkreten Form müssten sich nach Aussage der Teilnehmer einerseits an den persönlichen Kompetenzbedarfen der Fachkräfte und an deren zeitlicher Bedürfnislage orientieren. Nicht verwunderlich, dass gerade die Weiterbildung für den Digitalen Wandel eine Vielfalt an zeitlich, örtlich und inhaltlich flexiblen Zugängen ermöglichen soll. Mathilde Schulze-Middig erläuterte aus der Perspektive der Agentur für Arbeit, wie neue Instrumente der Bildungsförderung tatsächlich einfache Zugänge für alle Arbeitnehmer und Unternehmen schaffen. So fordert das „New Work Symposium“ Verantwortungsträger in Wirtschaft und Gesellschaft auf, die aktuellen Herausforderungen der Arbeitswelt zielgerichtet aufzugreifen und konkrete Schritte zu deren qualifizierten Ausgestaltung zu unternehmen.

In seinem abschließenden Resümee betonte Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann (TH Aschaffenburg) die Notwendigkeit „für ein entschlossenes Handeln bei den Unternehmen und ihren Mitarbeitern sowie neue Angebote von Bildungsanbietern.“ Die TH Aschaffenburg wird hierzu einen Beitrag leisten – denn dies ist nicht zuletzt auch ein wichtiger Beitrag für die regionale Entwicklung. 

Hintergrundinformationen:
Das New Work Symposium wurde nach 2019 bereits zum zweiten Mal von mainproject digital in Kooperation mit Agentur für Arbeit, dem eco-Verband der Internetwirtschaft e.V.,  der IHK Aschaffenburg, der IG Metall, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung und dem Zentrum Digitalisierung Bayern veranstaltet. Thema in diesem Jahr war die „Weiterbildung für den Digitalen Wandel“.

Das Wissenstransferprojekt „mainproject digital“ des Europäischen Sozialfonds (ESF) zielt auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit insbesondere kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU) der Region Bayerischer Un-termain ab. Hierfür steht mainproject digital eng im Dialog mit Entscheidern, über welchen hochschulseitig vorhandenes Wissen vermittelt und in die betriebliche Praxis umgesetzt wird.
Dokumentation und weitere Angebote unter www.mainproject.eu