Erfolgreich promoviert

Kategorie: Öffentlich

Die Promotionsprüfung fand als Videokonferenz statt.

Florian Emmerich hat seine Promotionsschrift an der TU Darmstadt verteidigt. 


Florian Emmerich hat am vergangenen Mittwoch seine Promotion an der Technischen Universität Darmstadt, Fakultät Elektro- und Informationstechnik, mit großem Erfolg abgeschlossen. Seine Forschungsarbeit hatte Florian Emmerich im Anschluss an sein Masterstudium der Elektro- und Informationstechnik begonnen. Sie wurde als kooperatives Promotionsverfahren gemeinsam von Prof. Dr. rer. nat. Gerhard M. Sessler (TU Darmstadt) und Prof. Dr.-Ing. Christine Thielemann, die das biomems lab an der TH Aschaffenburg leitet, betreut. 

Für seine Dissertation forschte Florian Emmerich an der Miniaturisierung von anorganischen und organischen Dielektrika mit ferroelektrischen Eigenschaften. Er konzentrierte sich dabei auf drei Fragestellungen: (1) die nanoskalige Messung von Ladungsprofilen in anorganischen Dünnschicht-Elektreten, (2) die Strukturierung von Metall-Nanopartikeln mit Hilfe von örtlich hochdefinierter Ladungsspeicherung und (3) die Mikrostrukturierung von Polymer-Elektreten mit piezoelektrischen Eigenschaften. Diese Themen können dem Forschungsfeld der Elektret-Forschung zugeordnet werden, wobei die Nano- und Mikrotechnologie hier neue, wenig untersuchte Möglichkeiten eröffnet. Daher war es das Ziel des TH-Absolventen, sowohl neue Methoden als auch neue Anwendungen für mikro- und nanostrukturierte Elektrete aufzuzeigen. In seiner Arbeit werden von ihm dabei sowohl grundlegende Aspekte der Ladungsspeicherung von Elektreten untersucht als auch die Anwendungen von piezoelektrischen Elektreten als Energy Harvester vorgeschlagen. 

Als Energy Harvesting bezeichnet man die Gewinnung kleiner Mengen von elektrischer Energie aus der Umgebung für die Versorgung von Geräten mit geringer Leistung. Die von Florian Emmerich entwickelten polymerbasierten Energy Harvester sind in der Lage, Energie aus Vibrationen in der Umgebung zu „ernten“. Sie sollen es in Zukunft ermöglichen, Sensoren energieautark zu betreiben und auf Batterien zu verzichten. 
Gefördert wurde dieses Projekt durch das ZeWiS (Transferzentrum für Wissenschaftliche Services und Transfer) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation fand die Prüfung in Form einer Videokonferenz mit allen Beteiligten statt. Geleitet wurde das Prüfungsgespräch von Prof. Dr. Florian Steinke, dritter Gutachter war Prof. Dr. Mario Kupnik.

Bereits im Juni schließt sich für den frischgebackenen Doktor der nächste Karriereschritt an. Für einen Job in der Industrie wird er nach München gehen.