1,1 Millionen Euro für die angewandte Forschung

Kategorie: Öffentlich

Das ACCASI-Projektteam besuchte im März 2020 internationale Projektpartner von der slowakischen Akademie der Wissenschaften. Vor dem Sonnenobservatorium im Tatra-Gebirge stehen Dr. Richard Komzik, Peter Sivanic, Prof. Dr.-Ing. Michael Mann und Dr. Jan Rybak (v.l.n.r.). 

Die tschechische Doktorandin Veronika Stehlikova von der Technischen Universität in Prag inspiziert bei ihrem Forschungsaufenthalt im Aschaffenburger Beschichtungslabor die Qualität eines gerade hergestellten Röntgenspiegels. 

Prof. Dr. Holger von Jouanne-Diedrich vom Kompetenzzentrum KI (li) und Prof. Dr. Michael Möckel, Leiter des Labors für Medizinische Informatik und Simulation (re)

Doktorand Daniel Franz (li) und Masterstudentin Hannah Kirchgäßner (re) im Labor für angewandte Lasertechnik und Photonik

TH Aschaffenburg erhält Förderung vom bayerischen Wissenschaftsministerium für drei Forschungsvorhaben


In der 6. Förderrunde des vom Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst aufgesetzten „Programms zur Förderung der angewandten Forschung und Entwicklung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften – Fachhochschulen“ war die Technische Hochschule sehr erfolgreich.

Für die Projekte „ACCASI“ (Aschaffenburg Competence Center for Astronomical and Space Instrumentation) sowie „EpiLABKI“ („KI-basierte Modellierung epidemiologischer Dynamik sowie der Auswirkungen gesundheitspolitischer Interventionen unter Berücksichtigung der lokalen sozialen Interaktionsmuster in der Stadt und Region Aschaffenburg“) erhält die TH Aschaffenburg jeweils 250.000 Euro. In dieser 1. Fördersäule, die sich an erstberufene Professorinnen und Professoren richtet, waren insgesamt 119 Anträge der bayerischen Hochschulen eingegangen. Nur 25 Projekte davon werden gefördert.

Weitere 600.000 Euro erhält die TH Aschaffenburg im Rahmen der 2. Fördersäule für den Aufbau des neuen Forschungsschwerpunktes „Lasermikrobearbeitung für die Elektrotechnik der Zukunft“, kurz „LEZ@THAB“. Für diese Forschungsförderung hatten sich 41 bayerische Hochschulen beworben, die TH AB hat als eine von 12 den Zuschlag erhalten.

ACCASI
Für den Aufbau eines Kompetenzzentrums für Instrumentierung in Astronomie und Raumfahrt an der Technischen Hochschule Aschaffenburg führen mehrere auf diesem Gebiet tätige Professoren ihre Forschungsfelder zusammen. Diese umfassen die elektrische Netzqualität in Observatorien, innovative Beschichtungen für Raumfahrtanwendungen sowie optische Filter für die bodengebundene Astronomie. Erst die Zusammenarbeit und Bündelung der Kompetenzen im Rahmen von ACCASI erlaubt ein umfassendes Verständnis des Gesamtsystems und die Entwicklung von innovativen und praxistauglichen Lösungen.

Unter Reinraumbedingungen werden im Aschaffenburger Beschichtungslabor von der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Thorsten Döhring innovative Spiegel für Weitwinkel-Röntgenteleskope entwickelt. 
Beschichtungen für Katalysatorpellets, die in neuartigen Triebwerken für Satelliten eingesetzt werden, werden im Labor für Beschichtungstechnik von Prof. Dr. Manfred Stollenwerk realisiert.
Im Labor für Regenerative Elektrische Energiesysteme von Prof. Dr.-Ing. Michael Mann werden die elektrischen Energie- und Signalnetze in astronomischen Observatorien untersucht. 

EpiLABKI 
Die Forschungsaktivitäten der beiden Professoren Dr. Holger von Jouanne-Diedrich und Dr. Michael Möckel haben die Bewertung von Maßnahmen zur Umsetzung gesundheitspolitischer Ziele, wie beispielsweise im Rahmen eines Lockdowns, mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) im Fokus.
Das Projekt zielt darauf ab, einen Epidemie-Simulator auf die spezifischen Anforderungen der Region Aschaffenburg, ihre Bevölkerungsstruktur, Infrastruktur und sozialen Interaktionsmuster anzupassen und mögliche Maßnahmen im Zuge der Pandemie-Eindämmung besser beurteilen zu können. Dabei soll die Entscheidungsfindung erleichtert werden, indem durch den Einsatz von Verfahren der KI Handlungsoptionen generiert und bewertet werden. 

LEZ@THAB
Smartphones, Tablets oder Solarzellen – die Lasermikromaterialbearbeitung ist bereits heute fester Bestandteil der Elektronikproduktion und aus dieser nicht mehr wegzudenken. Sie ist Garant für Innovation, Ressourcen- und Energieeffizienz. Mit Blick auf die Elektronik der Zukunft richtet die TH Aschaffenburg einen interdisziplinären Forschungsschwerpunkt ein, der in dieser Art einmalig in der deutschen Hochschullandschaft ist. Hierfür bündelt die Technische Hochschule unter der Leitung der Professoren Dr.-Ing. Ulrich Bochtler, Dr. Ralf Hellmann, Dr. Michael Kaloudis und Dr.-Ing. Johannes Teigelkötter ihre interdisziplinären F&E-Kompetenzen in der Lasertechnik, Werkstofftechnik, Aufbau- und Verbindungstechnik, den elektrischen Antrieben, der Schaltungstechnik und Leistungselektronik. Die Förderung des Freistaats unterstreicht die aufmerksame Zukunftsorientierung der Aschaffenburger Aktivitäten in den Bereichen Fertigungstechnik, Werkstofftechnik sowie anwendungsseitig in der Leistungselektronik, Sensorik, Elektromobilität und Energietechnik.