Regionale Unternehmen nachhaltiger, effizienter und krisenfester machen

Kategorie: Öffentlich

Symbolbild: iStock, NicoElNino

Prof. Dr. Peter Gordon Rötzel leitet das Projekt NaReRoKI an der TH Aschaffenburg

StMWK fördert Projekt NaReRoKI mit 403.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds


Für das Projekt „Nachhaltige ökologische Ressourceneffizienz und unternehmerische Resilienz durch Robot Process Automation und Anwendungen der künstlichen Intelligenz (NaReRoKI)“ erhält die TH Aschaffenburg 403.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Damit fördert das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (StMWK) das Vorhaben, das am 1. Juli 2021 starten wird, bis zum 31. Dezember 2022.

„Ziel des Projekts ist es, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ökologisch nachhaltiger, effizienter und robuster gegenüber Krisen (Resilienz) zu machen“, erklärt Prof. Dr. Peter Gordon Rötzel, der das Projekt leitet und an der TH Aschaffenburg auf dem Gebiet der Wirtschaftsinformatik und des Controllings forscht und lehrt. „Damit schaffen wir eine Win-Win-Situation. Unternehmen sind ökologischer und zugleich kostengünstiger. Die Digitalisierung bietet Chancen, Ressourcen und Geschäftsprozesse effizienter zu nutzen, aber auch z.B. die Anlageneffektivität mithilfe der künstlichen Intelligenz zu erhöhen. Dies soll durch Etablierung einer gemeinsamen Wissensplattform, Netzwerkbildung sowie durch gezielte Weiterbildungen der Fach- und Führungskräfte in den Bereichen Robot Process Automation (RPA) und in den für KMU relevanten Anwendungen von künstlicher Intelligenz (KI) erreicht werden“, so Professor Rötzel weiter.

Fach- und Führungskräfte für Chancen und Herausforderungen von RPA und KI sensibilisieren
RPA und KI-Anwendungen können passende Prozesse und Produktions- bzw. Dienstleistungselemente identifizieren, Machbarkeitstudien prüfen und Chancen und Risiken abwägen. Darüber hinaus können sie entscheidende Faktoren jenseits der Technik, insbesondere der Mitarbeiterakzeptanz und anderer Stakeholderinteressen, berücksichtigen. Die Sensibilisierung und der Wissenstransfer von und für Fach- und Führungskräfte hinsichtlich der Chancen und Herausforderungen im Bereich RPA, KI und Ressourceneffizienz unter dem Fokus der ökologischen Nachhaltigkeit sowie der unternehmerischen Resilienz (Krisenfestigkeit) bilden die Klammer des Projekts.

Steigerung der Produktivität, Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks und Stärkung der Resilienz
Die Nutzung von RPA und KI trägt zur Produktivitätssteigerung der Unternehmen und der Reduzierung des ökologischen Footprints erheblich bei. Hierdurch werden die Unternehmen zudem resilienter gegen Krisen, Arbeitsplätze werden gesichert und die Unternehmen können sicherer durch unruhige Fahrwasser navigieren. Die Unternehmen sollen durch Netzwerktreffen und den hierbei entstehenden Wissenstransfer Best Practices identifizieren und implementieren können. Es ist daher ein Bestandteil dieses Projekts, ein Benchmarking durchzuführen, welches Einsparpotential in materiellem Ressourcen- und Energieverbrauch aufzeigt und die Unternehmen befähigt, voneinander zu lernen, ohne zu befürchten, Wettbewerbsnachteile zu erleiden. Durch Wissenstransfer und Benchmarking kann der Ressourcen- und Energieaufwand für das einzelne Unternehmen deutlich gesenkt werden. 

Automatisierung einfacher Geschäfts- und Verwaltungsprozesse und ressourcenschonende Produktion
RPA ist insbesondere für Unternehmen von großem Interesse, da sich mithilfe von RPA auch einfache Geschäfts- und Verwaltungsprozesse automatisieren lassen. Auf dieses Weise können bei den Unternehmen die Produktivität und die Prozess-Effizienzen gesteigert werden. 
Anwendungen der künstlichen Intelligenz zur Ressourceneffizienzsteigerung sind für KMU von großer Bedeutung. Nachhaltigkeit und Effektivität können beispielsweise durch Implementierung von Anwendungen für Smart Monitoring in großem Maße gefördert werden. Smart Monitoring umfasst dabei intelligente KI-Anwendungen zur Überwachung, Analyse und Früherkennung von Störungen und Defekten in Maschinen und industriellen Infrastrukturen. Es werden in der Produktion weniger Energie und Rohstoffe verbraucht und durch eine adaptive Wartungsstrategie wird die Lebensdauer der Anlage, der Maschine bzw. des Roboters gefördert.