Aschaffenburg wird Standort für akademische Hebammenausbildung

Kategorie: Öffentlich

© SolStock

Kabinett beschließt über Aufbau eines Hebammenstudiengangs an der TH Aschaffenburg  


Am 9. März 2021 hat der Bayerische Ministerrat beschlossen, dass die TH Aschaffenburg in einer dritten Stufe des Ausbaus der Angebote Standort für einen Studiengang zur akademisierten Ausbildung von Hebammen wird. Der Bachelor-Studiengang soll zum Wintersemester 2022/23 zunächst mit 30 Studierenden starten. Dafür wird die Hochschule bereits 2021 erste Mittel erhalten, um den Studienstart 2022 vorbereiten zu können. Bereits im Mai 2019 hatten die Hochschule und das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau eine gemeinsame Interessensbekundung zur Einrichtung eines Studiengangs für Hebammenkunde an der TH Aschaffenburg unterzeichnet. 

Die vor Ort mögliche intensive Zusammenarbeit zwischen der Hochschule und dem Klinikum Aschaffenburg-Alzenau als Perinatalzentrum Level 1 mit mehr als 2.300 Geburten im Jahr, an das die Hebammenschule angeschlossen ist, bietet alle wichtigen Voraussetzungen für eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis. 
Zum 1. Januar 2020 ist das Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung in Kraft getreten. Es sieht die Vollakademisierung der Ausbildung vor und trägt damit den steigenden Anforderungen in der Gesundheitsversorgung Rechnung. Daher wird die Aschaffenburger Berufsfachschule für Hebammen 2022 keine weiteren Schülerinnen aufnehmen. Julia Berger, die Leiterin der BFS, kann sich sehr gut vorstellen, die Schülerinnen des Jahrgangs 2019 im nachqualifizierenden Studiengang und die Schülerinnen des Jahrgangs 2021 dahingehend zu bestärken, das Studium an ihre Ausbildung anzuschließen. 

„Das neue Studienangebot für Hebammen sehen wir als große Chance. Es steht im Einklang mit unseren Plänen, das Kompetenzprofil der Hochschule in den Gesundheitsbereich zu erweitern“, erklärt Prof. Dr. Eva-Maria Beck-Meuth, Präsidentin der TH Aschaffenburg. „So können wir einen wertvollen Beitrag leisten, die Gesundheitsversorgung in Aschaffenburg und am Bayerischen Untermain sicherzustellen.“ Prof. Dr. Winfried Bausback (CSU), Staatsminister a.D., hatte sich als regionaler Abgeordneter für den neuen Studiengang in Aschaffenburg besonders eingesetzt. „Wir haben die Einführung eines Studienangebots für Hebammen zu einem großen Teil dem Engagement von Herrn Bausback und seiner Fraktion zu verdanken“, betont die TH-Präsidentin.

Mit „Medical Engineering und Data Science“ hat die Aschaffenburger Hochschule bereits seit 2019 in der Fakultät Ingenieurwissenschaften einen Studiengang mit Bezug zur Medizin, bei dem der Schwerpunkt auf der Erhebung, Verarbeitung und Auswertung von Gesundheitsdaten liegt.