Wissenstransfer als wichtige Aufgabe der Hochschule

Kategorie: Öffentlich

Staatsminister Bernd Sibler (Foto: StMWK)

Prof. Dr. Helmut Krcmar

Prof. Dr. Eva-Maria Beck-Meuth

Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann

Symposium an der TH Aschaffenburg fördert die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft


Am Donnerstag, den 11. März fanden sich rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie staatliche Akteure zu einem Online-Symposium zusammen. Ziel war es, erfolgreiche Modelle des Wissenstransfers aufzuzeigen und dessen Ausbau für die berufliche Weiterbildung zu diskutieren. Dabei ging es auch um die Frage, wie sich unterschiedliche Zielgruppen für hybrides Lernen begeistern lassen.

Im steten Wandel der Wirtschaft brauchen Unternehmen einen ebenso steten Wissenstransfer aus der akademischen Forschung und Lehre. Dabei reicht es nicht aus, neues Wissen alleine über neue Arbeitskräfte in ein Unternehmen zu holen. „Die Hochschulen von heute wirken aktiv und dynamisch nach außen mit dem Ziel, konkreten Mehrwert für Praxis und Gesellschaft zu schaffen,“ betonte der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler in seinem Eröffnungsstatement.

Langjährige Erfahrung und Kompetenz im Wissenstransfer
Die Präsidentin der Technischen Hochschule Aschaffenburg, Prof. Dr. Eva-Maria Beck-Meuth, unterstrich in ihrem Grußwort, dass der hiesige Standort im Wissenstransfer eine langjährige Erfahrung mit entsprechender Kompetenz aufgebaut hat. „Im Transfer, der im neuen Hochschulgesetz explizit als Aufgabe der Hochschulen verankert werden soll, wollen wir gemeinsam mit Unternehmen, Gewerkschaften und Politik die berufliche Weiterbildung auf akademischem Niveau ausbauen.“ Schon heute bereiten Transferprojekte wie mainproject digital die aktuellen Fragen des Digitalen Wandels für die regionalen Unternehmen und deren Mitarbeitende auf. In diesem Rahmen gibt es kostenfreie Online-Kurse, Workshops, Netzwerkveranstaltungen und Vorlesungen. Prof. Dr. Helmut Krcmar von der TU München führte in seinem Impulsvortrag aus, dass in einer Zeit des lebenslangen Lernens die Performance von Lehre und Weiterbildung bedeutsamer wird: „Die Hochschule wird dabei zum Designer für Lernerfahrungen“, so Krcmar.

Best-Practice-Beispiele
Anhand der vorgestellten Beispiele aus Aschaffenburg, Bayreuth und Würzburg wurde erkennbar, wie diese Anforderung in der Praxis umgesetzt wird. Kleine, digital aufbereitete Info-Häppchen sind genauso wichtig wie die projektbezogene und begleitete Einführung neuer Technologien oder Prozesse. In Aschaffenburg werden derzeit digital begleitete Projektkurse erprobt. In Würzburg konzentriert man sich auf die regionale und fachlich differenzierte Netzwerkbildung. In Bayreuth nutzt man die interdisziplinären Voraussetzungen der Universität, um Fragestellungen der Unternehmen auch ganzheitlich, aus Perspektive der Technik, der Wirtschaft und der Sozialwissenschaften zu entwickeln.

Für den weiteren Ausbau wurde als bedeutende Frage diskutiert, auf welche Weise man spezifische Inhalte, wie agile Prozesse, Data-Mining oder kollaborative Robotik, in differenzierte Weiterbildungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen übersetzt. Die Teilnehmenden des Symposiums stellten sich dieser Herausforderung ganz praktisch, indem sie Angebote des eher inhaltlich getriebenen Wissenstransfers für unterschiedliche Milieus und Persona-Modelle erörterten. Es zeigte sich, dass die „Freude am Lernen“ von etablierten Führungskräften wahrscheinlich anders interpretiert wird als von Mitarbeitenden in der Forschung oder in der Montage.

Ausbau des akademischen Weiterbildungsangebotes
In seinem Resümee zeigte sich Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann von der TH Aschaffenburg erfreut darüber, dass schon heute über 100 Studierende das akademische Weiterbildungsangebot an der Hochschule nutzen. Darüber hinaus ist er motiviert, den Ausbau der akademischen Weiterbildung für Berufstätige gemeinsam mit den politischen Gestaltern voranzubringen, um das regionale Angebot differenziert zu erweitern. In diesem Sinne auch sein Appell an die regionale Wirtschaft: „Damit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich umfassend in die Idee des lebenslangen Lernens einbezogen werden, muss die berufliche Weiterbildung der Stammbelegschaft eine strategische Dimension für jedes Unternehmen werden.“