Mit digitalen Lernräumen das Lernen fördern

Kategorie: Forschung

Mit 1,3 Millionen Euro wird das Projekt Adaptive digitale Lernräume (AdLer) an der TH AB von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert.


Die digitale Hochschullehre hat aufgrund der Corona-Pandemie stark an Bedeutung gewonnen und große Aufmerksamkeit erfahren. Jedoch werden die Möglichkeiten digitaler Technologien derzeit weder technisch noch didaktisch voll ausgeschöpft – eine Erkenntnis, die die Professoren Dr.-Ing. Jörg Abke, Dr.-Ing. Jens Elsebach und Dr. Raphael Roßmann bereits in vorangegangenen Forschungsprojekten an der TH Aschaffenburg erlangt haben. Zugleich konnten sie im Rahmen ihrer Lehrveranstaltungen während der pandemiebedingten Online-Semester eigene Erfahrungen sammeln. Darauf basierend entwickelten die drei Wissenschaftler die Idee der adaptiven digitalen Lernräume (kurz AdLer). Hierfür erhält die Technische Hochschule in den kommenden drei Jahren 1,34 Millionen Euro von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre, die das mit der Hochschule Kempten gemeinsame Verbundprojekt mit insgesamt 2,52 Millionen Euro fördert.

Individuelles und studierendenzentriertes Lernen auch digital ermöglichen
„Online-Lehre schöpft bei Weitem nicht die Möglichkeiten digitaler Lehre aus. Sie ähnelt meist der Präsenzlehre, mit dem Unterschied, dass man über ein Online-Medium miteinander verbunden ist“, erläutert Professor Abke und Professor Roßmann betont: „Individuelles und studierendenzentriertes Lernen kommt in der digitalen Lehre bisher noch zu kurz.“ „Darüber hinaus fehlen Möglichkeiten, verschiedene Medienformen von Lehrmaterialien (wie Texte, Abbildungen, Tabellen und Filmsequenzen) zu sogenannten Lernräumen im digitalen Raum zu verknüpfen und intuitive Interaktionsmöglichkeiten für Studierende und Lehrende zu bieten,“ ergänzt Professor Elsebach.

Vernetzte virtuelle Lernräume
AdLer ist als frei verfügbares Instrument geplant, mit welchem Lehrende über ein einfaches Autorentool vernetzte virtuelle Lernräume mit 2D- und 3D-immersiver Visualisierung erstellen und in ihrer Lehre in unterschiedlichen Formen (z.B. in einem Blended-Learning-Format) einsetzen können. Das Tool AdLer soll innerhalb bestehender Learning-Management-Systeme verwendet werden können, aber auch als eigenständige Anwendung nutzbar sein.
„Es soll nicht nur die Lehrenden bei der Konzeption und bei didaktischen Fragestellungen unterstützen, sondern wird die Studierenden aktiv in den Mittelpunkt rücken“, so Abke. „Hierfür werden wir über das Tool eine anregende Lernumgebung bereitstellen, welche die Motivation der Studierenden anspricht und individuelles, adaptives Lernen ermöglicht.“

Gemeinsame pädagogische, mediendidaktische und technische Expertise
An dem Verbundprojekt AdLer, das am 1. August 2021 gestartet ist, wirken neben der TH Aschaffenburg auch die Hochschule Kempten als Verbundpartner und das Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund (zfh) als Kooperationspartner mit.

Dieser Verbund vereint pädagogische, mediendidaktische und technische Expertise. Die Beteiligten haben sich zum Ziel gesetzt, das Tool basierend auf aktuellen Forschungserkenntnissen zu entwickeln, in verschiedenen Kontexten in die Hochschullehre zu integrieren und allen Hochschullehrenden fach- und institutionenübergreifend zur Verfügung zu stellen.

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