Für die Sicherheit des automatisierten Fahrens notwendige Daten erhoben

Kategorie: Forschung

Erste Messkampagne des Forschungsprojekts KI Data Tooling an der TH Aschaffenburg erfolgreich abgeschlossen


Im Mittelpunkt des Forschungs- und Verbundprojektes „KI Data Tooling“ (KIDT) steht das autonome Fahren. Während einer dreitägigen Messkampagne wurden jetzt insgesamt mehr als 250 alltägliche Verkehrsszenarien im Kreuzungsbereich der Würzburger Straße eingefahren und über das dort zu Forschungszwecken fest installierte Kamerasystem aufgezeichnet. Hierfür waren neben dem hochschuleigenen Forschungsfahrzeug auch Forschungsfahrzeuge der Projektpartner Bosch und Valeo beteiligt. Natürlich wurden und werden dabei die einschlägigen Bestimmungen des Datenschutzes eingehalten.

Die auf diese Weise erhobenen Daten werden den Forschungsgruppen der insgesamt 17 Projektpartner dabei helfen, zukünftige Fahrerassistenzsysteme für das hochautomatisierte Fahren zu entwickeln. „Reale Daten aus dem öffentlichen Straßenverkehr sind für das Training künstlicher Intelligenzen unabdingbar, um eine zuverlässige Wahrnehmung des Fahrzeugumfeldes zu gewährleisten“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Konrad Doll, der die Arbeitsgruppe für Kooperative Automatisierte Verkehrssysteme leitet und die öffentliche Forschungskreuzung inkl. Forschungsfahrzeug wissenschaftlich betreut. 

Besondere Bedeutung der in Aschaffenburg erhobenen Daten
Den in Aschaffenburg erzeugten Daten fällt dabei eine besondere Rolle zu, da die Forschungskreuzung zusätzlich zu den Fahrzeugsensoren wichtige Informationen bereitstellt. Die Kreuzungsdaten dienen als Referenz für die Evaluation der Assistenzsysteme der Fahrzeuge. Die Sensorik der Kreuzung ermöglicht es, hochgenaue Bewegungs- und Positionsdaten aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer im Kreuzungsbereich zu generieren. Weiter können für die Fahrzeuge nicht auflösbare Verdeckungen, z.B. durch andere Fahrzeuge, von der Kreuzungssensorik aufgelöst werden. Hierdurch ist eine vollumfängliche Umgebungswahrnehmung möglich.

Ziel des Verbundprojektes KI Data Tooling ist es, Methoden und Werkzeuge für das Generieren und Aufbereiten von Trainings-, Validierungs- und Absicherungsdaten für KI-Funktionen autonomer Fahrzeuge zu erforschen und bereitzustellen. 
Die Arbeitsgruppe um Professor Doll bietet für interessierte Studierende spannende Themen für Studien-, Bachelor- und Masterarbeiten im Bereich autonomes Fahren, künstliche Intelligenz und Industrie 4.0. Projektpartner sind abseits lokaler Unternehmen wie Linde auch Automobilzulieferer und Hersteller wie Bosch, Continental, Valeo, dSpace und BMW. 

Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, ist KI Data Tooling ein Projekt der KI Familie und wurde aus der VDA Leitinitiative autonomes und vernetztes Fahren heraus entwickelt.

Weitere Informationen unter:
•    zur Forschungskreuzung 
•    zum Projekt KI Data Tooling