Wissenstransfer zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Kategorie: Öffentlich

Prof. Dr. Wolfgang Alm im Interview (Screenshot Main.TV)

Michelle Noé (Main.TV) im Interview mit Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann (Screenshot Main.TV)

Ein virtuelles Fachgespräch fand am 18.05.2021 statt.

ESF-Maßnahme „mainproject“ der TH Aschaffenburg unterstützt Unternehmen zu aktuellen Themen aus der Wissenschaft


Mit dem 1. Juli 2021 beginnt eine neue Projektphase für den Wissenstransfer an der TH Aschaffenburg. Die seit über 10 Jahren laufende Serie der ESF-Maßnahmen „mainproject“ wird fortgesetzt. Der bevorstehende Start der nächsten Phase des Projekts war jetzt Anlass für ein Fachgespräch. 

„Die ESF-Maßnahme mainproject ist für den Wissenstransfer Hochschule – Wirtschaft am bayerischen Untermain fest etabliert. Hier werden aktuelle Fragen aufgegriffen und effektive Lösungsansätze für Unternehmen diskutiert", würdigte die Präsidentin der TH Aschaffenburg, Prof. Dr. Eva-Maria Beck-Meuth, die bisherige Arbeit. Regierungsdirektor Manfred Schmuttermayer vom bayerischen Wissenschaftsministerium betonte die drängenden Themen der Zeit: „Wirtschaft und Gesellschaft müssen zum einen die Mega-Aufgabe Digitalisierung meistern und gleichzeitig soziale und ökologische Nachhaltigkeit praktizieren. Damit dies gelingt, braucht es regionale Netzwerke aus Wirtschaft und Wissenschaft, so wie es hier in Aschaffenburg seit Jahren vorangetrieben wird und nun weiterentwickelt werden kann.“

Die Themenschwerpunkte Digitalisierung und Nachhaltigkeit werden sicherlich um die Frage der „Corona-Recovery“ nicht umhinkommen. Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann, einer der beiden Projektleiter, berichtete, dass die Digitalisierung im Rahmen der Corona-bedingten Maßnahmen eine deutliche Erweiterung des Publikums mit sich gebracht habe. Da Veranstaltungen im Netz angeboten werden, ist die Teilnahme gerade für auswärtige und terminlich beanspruchte Personen einfacher geworden. „Zugleich sind die Themen agile Handlungsfähigkeit, dezentrale Personalführung und nachhaltige Lieferketten durch die Corona-Krise absolut dringlich geworden“, so Hofmann weiter. „Wir werden daran arbeiten, unsere Angebote hybrid, also in einer Verknüpfung von Präsenz und Online, so weiterzuführen.“ Die monatlichen Kurzreportagen auf Main.TV und YouTube sowie das Angebot an Online-Kursen werden ebenfalls fortgeschrieben. Andererseits braucht es themenspezifische Netzwerke, die sich als kollegiale Communities kontinuierlich entwickeln. Volker Röthel (Applied Security, Großwallstadt) unterstützt dies und erkennt an: „Austausch auf Augenhöhe gelingt im Mittelstand eher selten, aber genau das gelingt zum Beispiel in der von Prof. Dr. Wolfgang Alm geleiteten ‚Agilen Community am Bayerischen Untermain‘.“

Von der Agentur für Arbeit in Aschaffenburg ergänzt Mathilde Schulze-Middig: „Es ist in mainproject immer wieder gelungen die lokalen Akteure aus Wirtschaft, Arbeitnehmerschaft und Politik einzubinden und auf diese Weise das wichtige Thema Wissenstransfer und Weiterbildung in der Region profiliert nach vorne zu bringen.“ So wurden in mehreren Symposien zentrale Entwicklungslinien der Arbeitswelt für die regionale Wirtschaft aufbereitet. Betriebsseelsorger Peter Hartlaub (Bistum Würzburg) reflektiert seine Erfahrungen: „Wir müssen die notwendige lebenslange Weiterbildung so organisieren, dass keine Spaltung in Bildungsgewinner und Bildungsverlierer eintritt.“ In diesem Sinne wünscht sich auch Beatrice Brenner vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft, dass mainproject „die wichtigen Themen der digitalen Transformation permanent und wiederholend mit anschaulichen Praxisbeispielen aufbereitet, damit das Wissen wirklich bei den Unternehmen ankommt.“ Zur Freude der Initiatoren hat sich für Angebote wie Ringvorlesungen, Netzwerkveranstaltungen und Workshops inzwischen ein großer Publikumskreis entwickelt, für den die künftige Arbeit weiter ausgebaut wird.

Hintergrund:
mainproject zielt auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit insbesondere kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU) der Region Bayerischer Untermain. Dazu werden aktuelle Themen aus Forschung und Lehre in ansprechenden Formaten umgesetzt. In den Jahren 2018 bis 2021 wurden insgesamt 65 Veranstaltungen mit mehr als 3.000 Teilnehmenden durchgeführt. Die Angebote sind  für die Unternehmen kostenfrei und werden durch den Europäischen Sozialfonds in Bayern (ESF) gefördert. Mehr Informationen unter www.mainproject.eu