Innovative Recyclingverfahren für Elektroschrott

Kategorie: Forschung

Labor-Ingenieur Florian Beck und Professor Bochtler kontrollieren den Aufbau zur selektiven Entfernung von Bauteilen.

Bauteile werden durch komplexe Algorithmen erkannt und gekennzeichnet (hier integrierte Schaltkreise „Chips“ und Tantalkondensatoren – gelb).

Master-Studentin Kristin Schroth kontrolliert die automatisierte Bilddatenerfassung. Bildquelle: Screenshots aus dem Projektvideo

Im Projektverbund ForCYCLE II forscht die TH AB an der Rückgewinnung von Bauteilen, die sich in herkömmlichen Verfahren nicht recyceln lassen.


In dem vom Bayerischen Staatministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz ins Leben gerufenen Projektverbund ForCYCLE II arbeiten seit Juli 2019 zehn Fachprojekte und ein Dachprojekt im Bereich Ressourceneffizienz zusammen. Ein zentraler Baustein von ForCYCLE II ist dabei die enge Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. 

Insgesamt kooperieren fünf Universitäten und sechs Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit außeruniversitären wissenschaftlichen Partnern in den drei Themenschwerpunkten Digitalisierung, Integrierte Produktpolitik (IPP) und Substitution. Bayernweit sind rund 60 Unternehmen in diese Kooperation eingebunden. Durch diesen Praxisbezug sollen neue Verfahren und Technologien für mehr Ressourceneffizienz entwickelt werden, um diese in die konkrete Anwendung bringen zu können.
Im Rahmen des Teilprojektes „Innovative Recyclingverfahren für Elektroschrott (IRVE)“ sollen Verfahren entwickelt und optimiert werden, um große Mengen Elektroschrott effektiv zu recyceln. Dazu forscht Prof. Dr. Ulrich Bochtler, der an der Technischen Hochschule Aschaffenburg das Labor für Schaltungstechnik leitet, mit seinem Team an der Rückgewinnung von Bauteilen, die in herkömmlichen Verfahren nicht rückgewinnbar sind. 

Die Aschaffenburger Forscherinnen und Forscher verfolgen hierbei den Ansatz der selektiven Entstückung einzelner Bauteilgruppen. Dabei werden gewisse Merkmale der Leiterplatten wie beispielsweise Farbe und Größe der unterschiedlichen Bauteile durch mehrere Sensoriksysteme erfasst. Durch weitere Verarbeitung der Daten können dann die einzelnen Bauteile, die sich auf den Leiterplatten befinden, identifiziert und entstückt werden.

Das Video zum ForCYCLE-Teilprojekt „Innovative Recyclingverfahren für Elektroschrott“ gibt einen detaillierten Einblick in die Forschung zu diesem Thema.

Nutzen für Unternehmen
Mit den im Projekt gewonnenen Kenntnissen können die Unternehmen im Bereich Erkennung, Sortierung und Trennung von Materialien sowie der chemischen Aufbereitung von seltenen Technologiemetallen direkt bestehende Anlagen optimieren und anpassen oder auch neue Anlagen entwickeln. Auch ein Wissenstransfer zu anderen Recyclingthemen (z.B. Recycling von Batterien) ist möglich.

Beitrag zur Ressourceneffizienz
Durch neue Recyclingverfahren können kritische Rohstoffe wie beispielsweise Tantal, Germanium, Beryllium und Seltene Erden effektiv recycelt werden. Diese Stoffe werden bei bisherigen Recyclingansätzen, die schmelzmetallurgische Prozesse nutzen, als Abfallprodukte in der Schlacke entsorgt.

Quelle: www.forcyle.de

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf der Projektseite.