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Das Technologietransferzentrum NETZ begleitet Kleinheubach beim Aufbau eines Nahwärmenetzes

Mit kostenfreien, individuellen Beratungen unterstützt das NETZ der TH Aschaffenburg Bürgerinnen und Bürger und liefert fundierte Entscheidungsgrundlagen für die Wärmeplanung im Ort.

Das Technologietransferzentrum für Nachhaltige Energien (NETZ) der Technischen Hochschule Aschaffenburg begleitet den geplanten Aufbau eines Nahwärmenetzes im Altort des Marktes Kleinheubach. Da für die Umsetzung eine Beteiligung der Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer erforderlich ist, soll das Projekt diesen eine fachlich fundierte und objektive Entscheidungsgrundlage bieten. 

Neben einer Informationsveranstaltung, die Mitte Februar stattfand, bietet das NETZ kostenfreie und individuelle Beratungen für Bürgerinnen und Bürger. Damit sollen Transparenz geschaffen, Vor- und Nachteile realistisch abgewogen und die Akzeptanz für eine nachhaltige Wärmeversorgung gestärkt werden.

Neuer Anlauf für Nahwärme in Kleinheubach

Der Bau eines Nahwärmenetzes ist im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung im Altort vorgesehen. Voraussetzung für die Umsetzung ist eine Beteiligung von mindestens 30 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer. Ein erster Anlauf im Jahr 2017 scheiterte an einer zu geringen Resonanz. Nun startet die Gemeinde einen neuen Versuch mit einem erweiterten Konzept zur Bürgerbeteiligung.  

Die Idee eines Nahwärmenetzes ist es, mehrere Gebäude zentral mit Wärme – etwa aus industrieller Abwärme oder Biomasse – zu versorgen und diese effizient zu verteilen. Dadurch können bislang ungenutzte Energiequellen eingebunden und im Vergleich zu konventionellen Gas- oder Ölheizungen gemeinschaftlich nachhaltigere und wirtschaftlichere Lösungen geschaffen werden.

  • V. l. n. r.: Johannes Haffner (NETZ), Patrick Fischer (GASUF), Carolin Kampfmann (NETZ), Matthias Förster (GASUF), Lukas Stevens (NETZ), Prof. Dr. Dirk Pietruschka (NETZ/TH Aschaffenburg) und Thomas Münig (Bürgermeister Markt Kleinheubach).

Auf Initiative von Bürgermeister Thomas Münig wurde das NETZ mit der Konzeption und Umsetzung der Öffentlichkeitsarbeit beauftragt. Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Dirk Pietruschka, Professor an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik, und Lukas Stevens, Mitarbeiter im NETZ. Beide bringen technisches Wissen im Bereich Wärmenetze und Erfahrung in der Stadtplanung zusammen.

Kern des Konzepts ist ein kostenfreies, unverbindliches Beratungsangebot für alle Bürgerinnen und Bürger im Altort. In individuellen Terminen vor Ort werden gebäudespezifische Modellrechnungen erstellt und mögliche Alternativen wie Wärmepumpen oder Scheitholzheizungen fachlich eingeordnet. Im Anschluss erhalten die Teilnehmenden einen personalisierten Bericht als belastbare Entscheidungsgrundlage.

  • Carolin Kampfmann (Mitarbeiterin NETZ) bei der Informationsveranstaltung in Markt Kleinheubach

  • Lukas Stevens (Mitarbeiter NETZ) bei der Informationsveranstaltung in Markt Kleinheubach

  • Bürgerinnen und Bürger von Markt Kleinheubach bei der Informationsveranstaltung

Großes Interesse an Nahwärme-Infoveranstaltung

Zur Informationsveranstaltung am 11. Februar 2026 kamen rund 80 interessierte Gäste. Nach der Vorstellung eines potenziellen Netzbetreibers erläuterte das NETZ den Stand der kommunalen Wärmeplanung und präsentierte eine Modellrechnung für ein Beispielgebäude in Kleinheubach. So wurden Unterschiede zwischen fossilen Heizsystemen und einer Versorgung über das Nahwärmenetz transparent dargestellt.

Anschließend wurden die Individualberatungen vorgestellt. Im direkten Austausch konnten Fragen geklärt und Termine vereinbart werden. Das Angebot wurde rege genutzt. Das Feedback der Teilnehmenden war durchweg positiv. Auch Thomas Münig, Bürgermeister von Kleinheubach, zeigt sich begeistert.

Die Hochschule ist für unsere Bürgerberatung rund um das geplante Nahwärmenetz ein objektiver und unabhängiger Partner – und genau das ist der Schlüssel, damit die Bürgerinnen und Bürger eine fundierte Entscheidung treffen können.“

Thomas Münig, Bürgermeister von Markt Kleinheubach

Das Projekt läuft seit September 2025 und ist zunächst bis Ende März 2026 angelegt. Die Beratungen sollen bis Mitte März abgeschlossen sein. Bis zum 27. März können die Eigentümerinnen und Eigentümer ihre verbindliche Zu- oder Absage erklären.

Wissenschaftliche Auswertung und Präsentation der Projektergebnisse

Über die lokale Unterstützung hinaus möchte das NETZ die Ergebnisse des Projekts noch weiter wissenschaftlich auswerten. Die Analyse soll zeigen, ob diese Form der Bürgerinnen- und Bürgerberatung Vorbild für ähnliche Projekte zur Energieinfrastruktur in kleineren Kommunen sein und einen Modellcharakter übernehmen kann. 

Die Ergebnisse sollen im Juni 2026 auf der akademischen Konferenz der European Urban Research Association vorgestellt werden. 

Titelbild: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom NETZ, v. l. n. r.: Johannes Haffner, Carolin Kampfmann, Lukas Stevens, Prof. Dr. Dirk Pietruschka und Jutta Schneider.