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Europas Kraft am Untermain: Wissenschaft trifft Wirtschaft

In einer Podiumsdiskussion an der TH Aschaffenburg erörterten Expertinnen und Experten, wie am Bayerischen Untermain Wissenschaft und Wirtschaft den europäischen Wirtschaftsraum nutzen und mitgestalten.

Am Dienstag, 5. Mai 2026, fand an der TH Aschaffenburg eine Podiumsdiskussion zum Thema „Europas Kraft am Untermain – Wissenschaft trifft Wirtschaft“ statt. Sie wurde vom Kreisverband Aschaffenburg der Europa-Union sowie der Technischen Hochschule Aschaffenburg organisiert. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen, wie stark Europa – die Europäische Idee schlechthin – am Untermain aufgestellt ist und wie Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam dazu beitragen können, diese Stärke weiter auszubauen. 

Auf dem Podium diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft über Innovationskraft, Standortfaktoren und die Zukunftsfähigkeit der Region Bayerischer Untermain. Zu den Teilnehmenden zählten Barbara Eschbach (TV Großwallstadt), Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann (Technische Hochschule Aschaffenburg), Dr. Alexander Legler (Landrat des Landkreises Aschaffenburg), Johannes Oswald (OSWALD Elektromotoren) sowie Frank Schlottke (Industrie- und Handelsgremium Miltenberg). Moderiert wurde die Veranstaltung von Maili Wagner, stellvertretende Vorsitzende der Europa-Union Aschaffenburg.

Die TH Aschaffenburg als Vermittler zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

  • Prof. Dr. Eva-Maria Beck-Meuth, Präsidentin der TH Aschaffenburg

  • Georg Fath, Vorsitzender des Europa-Union-Kreisverbands Aschaffenburg

  • Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann, Professor an der Fakultät Wirtschaft und Recht der TH Aschaffenburg

Prof. Dr. Eva-Maria Beck-Meuth, Präsidentin der TH Aschaffenburg, und Georg Fath, Vorsitzender des Europa-Union-Kreisverbands Aschaffenburg, eröffneten die Veranstaltung mit Grußworten an die Teilnehmenden sowie die Besucherinnen und Besucher.

Anschließend hielt Prof. Dr. Georg Rainer Homann ein Impulsreferat, das die Grundlage für die anschließende Diskussion bildete. Darin skizzierte er die Entwicklung der Hochschule von ihren Anfängen, in denen sie sich mit Fragen einer zu starken Regionalorientierung konfrontiert sah, hin zu einem etablierten Akteur im überregionalen und europäischen Wissenschaftsraum. Im europäischen Wettbewerb, so Hofmann, steigen nicht nur Marktchancen, sondern auch die Anforderungen an Qualifikation und Expertise. Der vielfach beklagte Fachkräftemangel sei daher weniger ein Mangel an Arbeitskräften als vielmehr ein Qualifikationsdefizit.

Die Hochschule biete hier bereits vielfältige Weiterbildungs- und Transferangebote, zu nennen seien etwa die ESF-Maßnahme „mainproject“ oder das Programm der TH Academy

Wissenschaft und Wirtschaft am Untermain – die Podiumsdiskussion

Im Anschluss an das Impulsreferat kamen die Teilnehmenden zur eigentlichen Podiumsdiskussion zusammen. Zum Auftakt gaben sie in einem kurzen Blitzlicht persönliche Einschätzungen zum Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft am Bayerischen Untermain ab und setzten damit erste inhaltliche Akzente.

  • V. l. n. r.: Maili Wagner, Barbara Eschbach, Frank Schlottke, Dr. Alexander Legler, Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann, Johannes Oswald

Im weiteren Verlauf wurde die wirtschaftliche Situation der Region differenziert beleuchtet. Dabei stand insbesondere die Bedeutung regional verwurzelter Unternehmen im Fokus, die zugleich in europäische und internationale Märkte eingebunden sind. Die Diskutierenden hoben hervor, dass gerade diese Verbindung von lokaler Verankerung und globaler Ausrichtung eine besondere Stärke aber auch Herausforderung für die Wirtschaft am Bayerischen Untermain darstellt.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rolle der Wissenschaft als Impulsgeberin für Innovation und Fachkräftesicherung. Der Austausch zwischen Hochschulen und Unternehmen wurde als zentraler Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Region beschrieben. Insbesondere Fragen der Qualifizierung und kontinuierlichen Weiterbildung von Fachkräften wurden intensiv diskutiert. Dazu gehörte auch die Frage, wie gut ausgebildete Arbeitskräfte vor Ort gehalten und gleichzeitig europaweit vernetzt werden können.

Dr. Alexander Legler betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der TH Aschaffenburg für die Region: 

Wir wissen um den Mehrwert unserer Hochschule, [...] weil wir die jungen Menschen hier vor Ort halten und auch hierherbringen

Dr. Alexander Legler 

Neben den Stärken wurden auch bestehende Herausforderungen offen angesprochen. Dazu zählen unter anderem Abhängigkeiten von internationalen Lieferketten, insbesondere aus Fernost, sowie Fragen der Energieversorgung und Standortbedingungen. Als weitere Herausforderung benannte Professor Hofmann den Umstand, dass Wissenstransfer- und Qualifikationsangebote der Hochschule noch nicht in dem Maße angenommen würden wie das wünschenswert wäre. 

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Fragerunde, in der das Publikum die Gelegenheit hatte, eigene Themen und Perspektiven in die Diskussion einzubringen.

Die Diskussion machte deutlich, dass die Zukunftsfähigkeit des Bayerischen Untermains untrennbar mit einem starken europäischen Rahmen sowie der engen Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft zusammenhängt.

Titelbild: V. l. n. r.: Maili Wagner, Barbara Eschbach, Frank Schlottke, Dr. Alexander Legler, Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann, Johannes Oswald