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TH Aschaffenburg setzt auf nachhaltige Energieversorgung

Gruppe von acht Personen steht auf dem Parkhausdach hinter der Solarpanelfläche

Die Mitte Februar in Betrieb genommene Photovoltaik-Anlage an der Technischen Hochschule spart jährlich rund 230 Tonnen CO₂ ein und deckt etwa 30 Prozent des eigenen Strombedarfs an der TH.

Mit dem Ziel, das Photovoltaik-Potential staatlicher Gebäude bis Ende 2025 voll auszuschöpfen bzw. zu erschließen, hat die bayerische Staatsregierung den Bau einer PV-Anlage an der Technischen Hochschule Aschaffenburg gefördert. Im Rahmen des „Sonderprogramms Photovoltaik auf staatlichen Dächern Bayern“ übernahm der Freistaat die Kosten in Höhe von 1.143.000 Euro. Insgesamt stehen in Bayern aus verschiedensten Etats 125 Millionen Euro für Photovoltaik auf Staatsdächern zur Verfügung.

Die PV-Anlage auf dem Dach des Hochschulparkhauses lieferte am 13. Februar erstmals Strom aus Sonnenenergie. Sie wurde zusammen mit der Firma Manthey GmbH & Co. KG geplant und mit der Firma AHS Solar GmbH & Co. KG realisiert.

Mit dem Aufbau wurde im Juli 2025 begonnen und zunächst die Unterkonstruktion der Solarpaneele montiert. Fertiggestellt wurde die Anlage mit Einheben des Trafos in der Flachstraße Mitte Dezember 2025.

  • Die PV-Module auf dem Parkhausdach bei Sonnenschein mit Bäumen im Hintergrund

    Die Fläche der PV-Module auf dem Parkhausdach umfasst mehr als 2.600 Quadratmeter.

  • Personen am Tisch vor großem Screen mit Ansicht der App zur PV-Anlage

    Rainer Benkel (hinten rechts) gibt Einblick in die App mit den aktuellen Daten zur Stromerzeugung durch die neue PV-Anlage.

Durchschnittlich 550.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr

Die maximale elektrische Leistung, die die Anlage unter Idealbedingungen liefern kann, beträgt 593,10 Kilowatt Peak (kWp). Laut Ertragsprognose kann die PV-Anlage der TH auf dem Parkhausdach jährlich durchschnittlich 550.000 Kilowattstunden (kWh) Solarstrom erzeugen – abhängig von der vorhandenen Sonneneinstrahlung.

 

Damit können ca. 230 Tonnen CO₂-Emissionen im Jahr vermieden werden“, freut sich Thomas Bedel, Leiter des Technischen Betriebs an der TH,

freut sich Thomas Bedel, Leiter des Technischen Betriebs an der TH. 

Von den durch die PV‑Anlage erzeugten 550.000 kWh werden für den Stromverbrauch der Hochschule direkt rund 310.000 kWh genutzt. Weitere etwa 120.000 kWh werden in drei Batteriespeichern zwischengespeichert und beispielsweise nachts wieder in das eigene TH‑Netz eingespeist. Somit werden insgesamt rund 430.000 kWh der erzeugten Sonnenenergie direkt an der TH verbraucht. Die verbleibenden ca. 120.000 kWh werden in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Es ist davon auszugehen, dass die Anlage nach ca. sieben Jahren so viel Geld eingespart hat, wie sie ursprünglich gekostet hat,

erklärt Kanzlerin Dr. Heide Klug.

  • die PV-Anlage auf dem Parkhausdach aus der Vogelperspektive

    Die PV-Anlage auf dem Parkhausdach der Hochschule aus der Vogelperspektive

1.318 Module und mehr als 2.600 Quadratmeter Modulfläche

Verbaut wurden auf dem Parkhausdach 1.318 PV-Module mit einer Leistung von je 450 Watt. Zusammen ergeben diese eine Modulfläche von 2.633 Quadratmetern.

Darüber hinaus umfasst die Anlage vier Wechselrichter mit je 115 Kilowatt (kW) und drei Batteriespeicher mit einer Gesamtnennausgangsleistung von 645 kW. Ebenso wurde eine für den Betrieb der Anlage benötigte neue Trafostation (800 kVA Trafo) zur Einbindung ins bestehende Mittelspannungsnetz der TH auf dem Parkhausgelände installiert.

Auf dem Weg zum klimaneutralen Campus

Die neue PV-Anlage an der TH Aschaffenburg stellt einen wichtigen Schritt in Richtung eines klimaneutralen Campus dar. Das Bayerische Klimaschutzgesetz (BayKlimaG) sieht eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 65 Prozent pro Einwohnerin bzw. Einwohner bis 2030 gegenüber 1990 vor und hat die Klimaneutralität Bayerns bis spätestens 2040 zum Ziel. Die staatliche Verwaltung soll dabei eine Vorbildfunktion übernehmen.

Neben der Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort, wie Photovoltaik, Solarthermie und entsprechender Speicher, will die TH Aschaffenburg ihre Gebäude und Infrastruktur sukzessive dekarbonisieren. Darüber hinaus soll im Sinne eines „Smart Campus“ ein digital gesteuertes, hocheffizientes Campussystem entstehen, das den Weg zur Klimaneutralität konsequent unterstützt. 

So entsteht ein Campus, der seinen Ressourcenverbrauch intelligent steuert, Emissionen reduziert und den Betrieb nachhaltig optimiert“, so Prof. Dr.-Ing. Jens Elsebach, Vizepräsident für Forschung, Transfer und bauliche Entwicklung.

Prof. Dr.-Ing. Jens Elsebach, Vizepräsident für Forschung, Transfer und bauliche Entwicklung

Bild ganz oben (v. l. n. r.): Prof. Dr.-Ing. Jens Elsebach (Vizepräsident Forschung, Transfer und bauliche Entwicklung TH AB), Jens Hommel (Geschäftsführer Firma AHS Solar), Dr. Heide Klug (Kanzlerin TH AB), Reiner Reisnecker (Kfm. Geschäftsführer Stadtwerke Aschaffenburg), Prof. Dr. Eva-Maria Beck-Meuth (Präsidentin TH AB), Thomas Bedel (Leiter Technischer Betrieb TH AB), Sandra Foddis (Firma Manthey) und Rainer Benkel (Architekt und Projektleiter TH AB)