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Innovative Wärmetechnologien: NETZ-Anwendungsforum der TH Aschaffenburg bringt Forschung und Praxis zusammen

Rund 100 Fachleute diskutierten am Technologietransferzentrum für Nachhaltige Energien (NETZ) über effiziente Wärmesysteme, erneuerbare Wärmequellen und konkrete Lösungen für Unternehmen.

Wie gelingt die Wärmewende in der Praxis? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Anwendungsforum „Innovative Wärmetechnologien“ am 22. Oktober 2026 im Laborzentrum des Technologietransferzentrums für Nachhaltige Energien (NETZ) der TH Aschaffenburg. 

Expertinnen und Experten aus Hochschule und Industrie tauschten sich über aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze für eine nachhaltige Wärmeversorgung aus. Im Mittelpunkt standen die effiziente Planung und der Betrieb von Wärmenetzen sowie die Potenziale kalter Nahwärme, erneuerbarer Energiequellen und von Wärmepumpensystemen für Unternehmen.

Nachdem das Anwendungsforum im vergangenen Jahr den Fokus auf elektrische Speichertechnologien gelegt hatte, fand es nun bereits zum zweiten Mal und mit einem neuen Themenschwerpunkt statt. Die Veranstaltungsreihe bietet eine Plattform für den Austausch zwischen Forschung, Entwicklung und Anwendung. Ziel ist es, Wissen zu teilen, Kontakte zu knüpfen und Projekte anzustoßen.

Wärme als Schlüssel zur Energiewende

Zum Auftakt begrüßten Stefan Noll, erster Bürgermeister der Stadt Alzenau, Prof. Dr.-Ing. Jens Elsebach, Vizepräsident für Forschung, Transfer und bauliche Entwicklung der TH Aschaffenburg, Prof. Dr.-Ing. Andreas Vath, wissenschaftlicher Leiter des NETZ, und Jutta Schneider, operative Leiterin des NETZ, die rund hundert Teilnehmenden.

„Wir sind begeistert von der großen Resonanz! Mit über 100 Anmeldungen wurden unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Das große Interesse zeigt, wie wichtig innovative Wärmetechnologien und der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sind.“

Jutta Schneider

In dem anschließenden Vortrag „Wärme als Treiber der Energiewende: Aktuelle Entwicklungen und Hintergründe“ gab Dr. Dirk Pietruschka, Professor für Vernetzte Energiesysteme an der TH Aschaffenburg, einen Überblick über zentrale Entwicklungen der Wärmewende. Anhand seiner Forschung zu Wärmenetzen und kalter Nahwärme veranschaulichte er, wie sich Wärmequellen, Wärmenetze und Speicher intelligent kombinieren lassen. Zudem stellte er sein derzeitiges Projekt am NETZ vor: den Aufbau eines kalten Nahwärmenetzes mit Multiquellen-Management als Reallabor, in dem effiziente Nutzungskonzepte verschiedener Wärmequellen unter realen Bedingungen untersucht werden.

Von der Analyse zu Umsetzungsmaßnahmen

Wie Wissenschaft und Wirtschaft voneinander profitieren und Forschungsergebnisse in konkrete Maßnahmen für Unternehmen überführen können, zeigte der Vortrag „Praxisbeispiel Wärmewende: Vom Abwärmepotenzial zum Maßnahmenfahrplan“. 

Mario Schmidt, verantwortlich für Energiemanagement und Sicherheitsfragen bei Framatome, Kim Owen Caliskan, der heute bei der EVA GmbH beschäftigt ist, und Prof. Dr.-Ing. Christian Steurer von der TH Aschaffenburg beleuchteten das Projekt aus Unternehmens-, Analyse- und Forschungsperspektive. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit im Studiengang Erneuerbare Energien und Energiemanagement hatte Caliskan die Abwärmepotenziale in der Fertigung von Framatome untersucht. Professor Steurer betreute die Arbeit und brachte seine Expertise zu Wärmepumpen, erneuerbaren Wärmequellen und Wärmenetzen ein.

14 Fachvorträge und vielfältige Impulse für die Praxis

Insgesamt 14 Vorträge von Fachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft deckten ein breites Themenspektrum ab. Die Beiträge gliederten sich in vier Themenbereiche: „Impulse zur Wärmewende“, „Wärme im Unternehmen: Bestandsaufnahme und Elektrifizierung“, „Wärmesysteme kombinieren: Von Abwärme bis zu neuen Technologien“ sowie „Trends aus Forschung und Entwicklung“

„Die Zukunft der industriellen Energieversorgung liegt in der Verbindung von Innovation und Kooperation: Neue Wärmetechnologien schaffen wirtschaftliche und nachhaltige Lösungen, während die Vernetzung von Unternehmen deren erfolgreiche Umsetzung beschleunigt.“

Prof. Dr.-Ing. Andreas Vath

Neben den fachlichen Vorträgen bot das Forum viel Raum für persönliche Gespräche, Diskussionen und Networking. Auch der Ausstellungsbereich lud dazu ein, neue Kontakte zu knüpfen und sich über innovative Ansätze auszutauschen.

„Neben den interessanten Vorträgen waren vor allem die Gespräche und neu geknüpften Kontakte zu potenziellen Partnern für unser Projekt zur Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung besonders wertvoll. “

Mario Schmidt, framatome

Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in moderne Wärmelösungen, aktuelle Marktbedingungen und praktische Erfahrungen aus Unternehmen. Das zweite Anwendungsforum verdeutlichte, wie wissenschaftliche Erkenntnisse und betriebliche Anforderungen zusammenwirken können, um die Wärmeversorgung nachhaltiger und effizienter zu gestalten.