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Technik verstehen. Menschen erreichen. Weltweit arbeiten.

Gruppenbild von acht Studierenden und einem Professor

Ein Studium, viele Möglichkeiten: Wie Technikbegeisterung Türen zu Menschen,

Märkten und internationalen Projekten öffnet.

Als Aleyna Gündogdu, Annika Dölger, Batuhan Üccesmeler, Burak Altan, Christian Bieberle, Jonas Richter, Samuel Axmann und Selin Schick vor der Entscheidung für ihr Studium standen, mussten sie sich nicht zwischen Technik, Wirtschaft und Internationalität entscheiden. Im Studium internationales technisches Vertriebsmanagement konnten sie ihre unterschiedlichen Interessen verbinden und ihren eigenen Weg dazwischen finden. 

Wie dieser Weg für die acht Studierenden ganz persönlich aussieht, welche Erfahrungen sie gesammelt haben und was sie aus ihrem Studium mitnehmen, erzählen sie in unserer Campus Story.

Gemeinsam zurückblicken. Gemeinsam wachsen.

Der Juli neigt sich dem Ende zu – zwischen letzten Prüfungen, ersten Ferienplänen und der Vorfreude auf freie Tage füllt sich der Campus noch einmal mit Leben. Für Aleyna, Annika, Batuhan, Burak, Christian, Jonas, Samuel und Selin steht ein besonderer Austausch auf dem Programm: Statt über Klausuren zu sprechen, geht es heute um ihre Praxiserfahrungen – um Projekte, Herausforderungen, Erfolge und die kleinen Momente, an denen sie im Praxissemester gewachsen sind. 

Genau dieser persönliche Austausch macht die praxisbegleitende Lehrveranstaltung, kurz PLV, so wertvoll: Die Erfahrungen der einen werden zu Impulsen für die anderen. Jede Geschichte eröffnet neue Perspektiven, gibt Orientierung und zeigt, wie vielfältig die Wege im Praxissemester sein können. Gemeinsam blicken die Studierenden zurück – und nehmen gleichzeitig neue Ideen für ihre nächsten Schritte mit.

Wo soll die berufliche Reise hingehen

Bereits in ihrem letzten Schuljahr vor dem Abitur stand für Annika die große Frage im Raum: Welche Richtung und welcher Studiengang passen zu ihren Interessen? Um verschiedene Möglichkeiten kennenzulernen und mehr über die Studienangebote zu erfahren, besuchte sie den Studieninfotag an der TH Aschaffenburg. Dort erhielt sie erste Einblicke in die unterschiedlichen Studiengänge und hörte auch zum ersten Mal vom Studiengang internationales technisches Vertriebsmanagement. Im Gespräch mit Prof. Dr. Thorsten Döhring bekam sie einen ersten Einblick in die Vielfalt des Studiengangs und erfuhr, wie ITV technisches Know-how mit wirtschaftlichem Denken, Kommunikation, Fremdsprachen, internationaler Zusammenarbeit und Vertrieb verbindet. Um noch mehr über den Studiengang und den Studienalltag zu erfahren, nahm Annika anschließend am einwöchigen Schnupperstudium teil. Dort konnte sie erste eigene Eindrücke sammeln und herausfinden, ob ITV wirklich zu ihr passt. Schnell wurde ihr klar: Die Verbindung aus Technik, Wirtschaft und Sprachen vereint genau die Themen, für die sie sich schon immer interessiert hat.

Da ich mich schon immer für diese drei Bereiche begeistert habe und mir keiner davon allein gereicht hätte, war für mich schnell klar, dass ITV genau der richtige Studiengang für mich ist. Besonders das Double-Degree-Programm in Finnland hat meine Entscheidung am Ende noch zusätzlich bestärkt.

Annika Dölger

Von der ersten Begegnung mit ITV bis zur Entscheidung für den Studiengang: Annikas Weg zeigt, wie unterschiedlich der Weg zum passenden Studium aussehen kann. Im Video geben neben Annika auch die sieben weiteren Studierenden persönliche Einblicke und erzählen, warum auch sie sich für diesen Studiengang entschieden haben und welche Gedanken ihnen bei der Studienwahl durch den Kopf gegangen sind.

Mehr als ein Auslandssemester: der Weg zum Double Degree

Annika hat bereits erzählt, dass das Double-Degree-Programm in Finnland für sie ein entscheidender Pluspunkt bei der Wahl ihres Studiums war. Auch Aleyna, Jonas und Samuel wollten diese besondere Chance nutzen und machten sich auf den Weg zu zwei Auslandssemestern im hohen Norden. 

Im dritten und vierten Semester hieß es für die vier: Koffer packen, neue Wege einschlagen und Finnland entdecken. An der Turku University of Applied Sciences tauchten sie in eine neue Lernund Lebenswelt ein, sammelten internationale Erfahrungen, knüpften neue Kontakte und wuchsen persönlich über sich hinaus. Für Aleyna war besonders spannend, in eine ganz andere Studienkultur einzutauchen. In Finnland wird viel Eigeninitiative erwartet – Studierende organisieren sich stärker selbst, übernehmen Verantwortung und gestalten ihren Lernprozess aktiv mit. Genau diese Erfahrung hat sie und die anderen drei Studierenden persönlich wachsen lassen. Aleyna nimmt aus dieser Zeit vor allem eines mit: mehr Selbstvertrauen. Sie traut sich heute deutlich mehr zu und ist gestärkt aus ihrem Auslandssemester zurückgekommen.

  • Haus im Schnee und Nordlichter

    Eindrücke von Aleyna in Finnland

  • Steg zum Wasser

    Eindrücke von Aleyna in Finnland

Auch der Studienalltag in Finnland unterschied sich von dem, was sie aus Deutschland kannten. Statt einer großen Prüfung am Semesterende gab es viele kleinere Aufgaben, Projekte und Studienleistungen über das gesamte Semester verteilt. Eine Umstellung – aber auch eine Erfahrung, die gezeigt hat, wie vielfältig Studieren sein kann. Zurück in Deutschland hatten sie ihr Gepäck voller besonderer Erinnerungen, neuer Perspektiven und wertvoller Erfahrungen – der zweite Bachelorabschluss an der Universität in Finnland, den sie zusammen mit ihrem Bachelorabschluss in Deutschland erhalten, kam als weiterer Meilenstein dazu.

Für mich macht gerade die Verbindung aus Theorie, Auslandserfahrung und Praxis den besonderen Reiz des Studiums aus. Durch das Double-Degree-Programm durfte ich ein Jahr in Finnland studieren und dabei eine neue Kultur, andere Lern- und Arbeitsweisen sowie internationale Projektteams kennenlernen. Diese Zeit hat mich nicht nur fachlich weitergebracht, sondern auch persönlich wachsen lassen. Ich bin selbstständiger geworden, traue mir mehr zu und gehe offener mit neuen Situationen um. Im anschließenden Praxissemester konnte ich mein Wissen dann direkt in der Arbeitswelt anwenden und wertvolle Erfahrungen sammeln.

Aleyna Gündogdu

Weitere Herausforderungen im Ausland

Für Jonas waren die beiden Auslandssemester nicht die einzigen internationalen Erfahrungen in Finnland während seines Studiums. Die Studierenden des Studiengangs ITV haben die Möglichkeit, an internationalen Vertriebswettbewerben teilzunehmen – eine Chance, die Jonas gerne genutzt hat. Bei der European Sales Competition in Helsinki und der Turku Sales Competition konnte er sich mit Studierenden aus verschiedenen Ländern messen und sein Wissen aus dem Studium in realitätsnahen Verkaufssituationen anwenden. Die Wettbewerbe sind eine ideale Ergänzung zum Studiengang ITV, da sie ermöglichen, theoretisch erlernte Vertriebsmethoden in einem internationalen Umfeld praktisch anzuwenden. In simulierten Verkaufsgesprächen schlüpfte Jonas in die Rolle eines Vertriebsmitarbeiters, entwickelte Lösungen für Kunden und stellte sich der Bewertung einer Jury. Besonders spannend war für ihn zu erleben, dass Methoden wie die im Studium vermittelte SPIN-Fragetechnik nicht nur in der Theorie funktionieren, sondern auch in realen Gesprächssituationen einen echten Mehrwert bieten. 

Aus den Wettbewerben nimmt Jonas vor allem die Erkenntnis mit, wie entscheidend eine gute Vorbereitung, strukturiertes Vorgehen und ein gezieltes Eingehen auf die Bedürfnisse des Kunden für erfolgreichen Vertrieb sind.

Internationale Begegnungen

Bereits im zweiten Semester bekamen die Studierenden von ITV durch die International Project Week an der TH Aschaffenburg die Möglichkeit, über den Tellerrand des eigenen Studiums hinauszublicken. Gemeinsam mit Studierenden aus verschiedenen Ländern arbeiteten sie an interkulturellen Projekten und setzten sich mit der Frage auseinander, wie Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen hinweg erfolgreich funktionieren kann. Für Christian war dabei besonders spannend, dass es nicht nur um die gemeinsame Projektarbeit ging. Vor allem der persönliche Austausch mit Studierenden aus unterschiedlichen Ländern machte die Erfahrung besonders wertvoll. Die verschiedenen Perspektiven, Erfahrungen und kulturellen Hintergründe eröffneten ihm neue Blickwinkel und machten jede Begegnung einzigartig.

Wie wertvoll solche internationalen Kontakte sein können, zeigte sich für ihn einige Zeit später während seines Praktikums in China. Dort traf er überraschend eine Studentin aus Frankreich wieder, die er bereits aus der International Project Week an der TH AB kannte. Dass sich ihre Wege ausgerechnet Tausende Kilometer entfernt in China erneut kreuzten und sie dort beide gleichzeitig in der gleichen Stadt ein Praktikum absolvierten, war ein besonderer Zufall und eine schöne Erinnerung an die gemeinsame Zeit. Die International Project Week hat Christian gezeigt, dass internationale Erfahrungen weit über den eigentlichen Aufenthalt hinaus wirken. Sie eröffnen neue Perspektiven, schaffen wertvolle Begegnungen und ermöglichen Kontakte, die einen auch nach dem Studium noch begleiten können.

Auch Selin hat internationale Studentinnen am Campus der TH AB kennengelernt, die sie später in ihrem Auslandssemester wieder getroffen hat. Noch bevor Selin ihr Auslandssemester an der Chung-Ang University in Seoul antrat, wollte sie nicht einfach ins Unbekannte starten. Sie wollte Menschen kennenlernen, Kultur verstehen und erste Erfahrungen sammeln. Deshalb nahm sie bereits im Semester davor am Buddy Programm der TH Aschaffenburg teil. Als Ansprechpartnerin für zwei koreanische Studentinnen begleitete sie deren Start in Deutschland – von der Vorbereitung vor ihrer Ankunft bis zu den ersten Schritten im neuen Alltag. Sie kümmerte sich um die Schlüsselübergabe im Wohnheim, begleitete die beiden zu Behördengängen und unterstützte sie bei den ersten organisatorischen Herausforderungen. Vor allem aber entstand ein persönlicher Austausch, durch den Selin schon vor ihrer eigenen Reise nach Korea wertvolle Einblicke in die koreanische Kultur gewinnen konnte.

  • Frau blickt auf Stadt

    Eindrücke von Selin in Südkorea

  • Asiatische Papierlaternen

    Eindrücke von Selin in Südkorea

  • Frau bei Baseballspiel

    Eindrücke von Selin in Südkorea

  • Gruppenbild drei männliche Personen in einem Fitnessstudio

    Eindrücke von Burak in Südkorea

  • Mann blickt auf Skyline bei Nacht

    Eindrücke von Burak in Südkorea

Dabei lernte sie auch, dass internationale Begegnungen oft in den kleinen Momenten beginnen. Eine vermeintlich einfache Begrüßung zeigte ihr, wie unterschiedlich kulturelle Gewohnheiten sein können: Während eine Umarmung in Deutschland selbstverständlich sein kann, wird in Korea mehr Zurückhaltung gelebt. Diese Erfahrungen halfen ihr, offener und sensibler für andere kulturelle Perspektiven zu werden. Sie beschreibt die Erfahrungen im Buddy Programm, sowie ihre Zeit an der Chung-Ang University als eine der prägendsten und schönsten Phasen in ihrem bisherigen Leben.

Wenn die eigene Meinung zählt

Auch Burak hatte sich für ein Auslandssemester in Südkorea entschieden. Er schreibt seine Zeit an der Chung-Ang University in Seoul auch als eine einzigartige und bereichernde Erfahrung. Neben seinem Auslandssemester in Südkorea wurde auch sein Auslandspraktikum in Schweden zu einer besonderen Zeit. Dort tauchte er in eine neue Arbeits- und Lebenswelt ein, sammelte wertvolle berufliche Erfahrungen und knüpfte Kontakte, aus denen Freundschaften fürs Leben entstanden sind.

Eine Aufgabe während seiner Projektarbeit wurde zum Highlight seines Praxissemesters. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob bei Verschleiß nur der Greifer eines Industrieroboters ausgetauscht werden kann oder weiterhin die gesamte Greifereinheit ersetzt werden muss. Zu seiner Überraschung wurde ihm die Aufgabe vollständig anvertraut. Er stellte ein Team zusammen, plante und koordinierte den Austausch, dokumentierte die einzelnen Schritte und präsentierte die Ergebnisse anschließend vor der Führungsebene. Obwohl er Praktikant war, übernahm er dabei Verantwortung für eine Roboterzelle im Wert von mehreren Millionen Euro. Besonders in Erinnerung blieb ihm ein Gespräch mit einem weltweit verantwortlichen Manager für Robotik. Nach der Präsentation wollte dieser nicht nur die Ergebnisse sehen, sondern vor allem Buraks persönliche Einschätzung hören: Hielt er die neue Vorgehensweise für sinnvoll? Sollte sie künftig dauerhaft eingesetzt werden?

Burak wurde in diesem Moment bewusst, dass seine Meinung wirklich zählt. Für ihn war das Projekt deshalb weit mehr als eine technische Aufgabe. Es zeigte ihm, wie viel Verantwortung Studierende im Praxissemester übernehmen können – und wie sehr Vertrauen, Eigeninitiative und Wertschätzung das eigene Selbstvertrauen stärken.

Auch Samuel machte während seines Praxissemesters eine ähnliche Erfahrung – allerdings in einem anderen Arbeitsumfeld. Obwohl sich die Situation der beiden unterschieden, erlebte auch Samuel, wie motivierend es sein kann, wenn die eigene Meinung ernst genommen wird und Verantwortung übertragen wird.

Samuel erhielt während seines Praxissemesters die besondere Gelegenheit, seinen Vorgesetzten auf eine Dienstreise nach Italien zu begleiten. Gemeinsam besuchten sie einen italienischen Partner, bei dem eine Filterpresse vor der Auslieferung im Rahmen eines Factory Acceptance Tests durch das Praxisunternehmen, die Herrenknecht AG, geprüft und abgenommen wurde. Nach ihrer Ankunft standen zunächst verschiedene Vertriebsthemen im Mittelpunkt. Samuel merkte schnell, dass erfolgreiche Vertriebsgespräche weit über den Verkauf eines Produkts hinausgehen. Vielmehr standen das technische Verständnis der Anwendungen, die individuellen Anforderungen des Kunden sowie die gemeinsame Entwicklung von Lösungen im Mittelpunkt. Am folgenden Morgen fand dann die Maschinenabnahme der Wasseraufbereitungsanlage statt. Durch seine intensive Vorbereitung auf den Termin sowie seine Kenntnisse aus der Ausbildung zum Industriemechaniker gelang es ihm zwei Mängel zu identifizieren, die im weiteren Verlauf dokumentiert und vor der Auslieferung behoben wurden. Dies war ein besonderes Highlight für ihn. Rückblickend zählt diese Dienstreise zu den eindrucksvollsten Erfahrungen seines Praxissemesters.

Aus Erlebnissen werden Erfahrungen: im Gespräch mit den Studierenden

Die bisherigen Einblicke zeigen bereits, wie vielfältig und prägend die Erfahrungen der Studierenden während ihres Praxissemesters waren. Im persönlichen Gespräch erzählen sie noch mehr über ihren Werdegang, ihre Erlebnisse im Praktikum und die Momente, die sie besonders geprägt haben. Dabei geben sie authentische Einblicke in ihren Arbeitsalltag und berichten, was sie aus dieser Zeit für ihren weiteren Weg mitnehmen.

  • Welche konkreten Aufgaben hast du übernommen?
  • Was hast du fachlich am meisten gelernt?
  • Welche persönlichen Fähigkeiten konntest du weiterentwickeln?
  • Hat das Praxissemester deine beruflichen Ziele verändert?
  • Welche Tipps würdest du Studierenden geben, die ihr Praxissemester noch vor sich haben?

Diese und viele weitere spannende Fragen haben Jonas, Christian und Annika in einem persönlichen Gespräch beantwortet.

Im zweiten Teil des Interviews geht es weiter mit neuen Einblicken und persönlichen Geschichten von Aleyna, Burak und Selin.